Bester Lehrling im Kanton
24.07.2026 TennikenInformatiker Levin Fankhauser erreicht Note 5,9
Als Informatiker bei Coop in Pratteln schloss Levin Fankhauser mit der Abschlussnote 5,9 ab, während er daneben auf hohem Niveau Radball spielt. Der Einzige, der in den beiden Basel dieses Jahr besser abschnitt, ist sein Arbeits- und ...
Informatiker Levin Fankhauser erreicht Note 5,9
Als Informatiker bei Coop in Pratteln schloss Levin Fankhauser mit der Abschlussnote 5,9 ab, während er daneben auf hohem Niveau Radball spielt. Der Einzige, der in den beiden Basel dieses Jahr besser abschnitt, ist sein Arbeits- und Schulkollege.
Lea Wieser
Eine Lehrabschlussnote von 5,9, dazu Spitzensport auf nationalem Niveau und trotzdem noch Zeit fürs Jungsein: Levin Fankhauser aus Tenniken verbindet vieles, was sich auf den ersten Blick nicht unter einen Hut bringen lässt. Dabei sei Spitzenleistung für ihn nie ein Muss gewesen, sagt der Informatiker. Weder seine Eltern noch sein Umfeld hätten dies von ihm erwartet. Vielmehr habe ihm die Lehre bei Coop in Pratteln als Informatiker Spass gemacht.
Recht schnell habe er aber gemerkt, dass auch die Noten stimmen. «Natürlich war dann ein gewisser Ansporn da, das Niveau zu halten oder sogar noch zu verbessern. Wenn mir etwas Freude bereitet, dann investiere ich auch gerne viel Zeit dafür», sagt Fankhauser.
Bei seiner Ausbildung sei das der Fall gewesen – und damit auch in der Berufsschule. Zusätzlich tue er sich mit dem Lernen generell ziemlich leicht. Dadurch habe er trotz Spitzensport und hervorragender schulischer Leistungen noch Zeit fürs Jungsein gehabt. Ausserdem habe er in gewissen Fächern – besonders in Französisch – auch einmal ausgerechnet, welche Note er braucht, um seinen Notenschnitt zu halten, und nur den nötigsten Aufwand betrieben. «Wenn mich etwas nicht interessiert, fehlt mir zum Teil der Ehrgeiz, um mir trotzdem Mühe zu geben. In der Regel kann ich mich aber dennoch motivieren, wenn ich mir das grosse Ganze vor Augen führe», erzählt der Oberbaselbieter.
Radball lehrt Teamgeist
Ehrgeiz kennt der 20-Jährige auch ausserhalb der Berufsausbildung. Seit seiner Kindheit spielt er beim VMC Liestal Radball. «Ich bin durch meinen Vater auf den Sport gekommen, er fährt ebenfalls Velo. Als Kind hat mich Radball unfassbar fasziniert. Mit acht durfte ich anfangen, seither bin ich dabei», erzählt der Tenniker.
Als er im Schweizer Jugendkader gespielt hat, habe es Phasen gegeben, in denen er mit Arbeiten, Berufsmatur, Berufsschule und Kadertrainings in Winterthur einen vollen Zeitplan zu stemmen hatte. «Das war schon intensiv. Zu diesen Zeiten habe ich Lehre und Sport priorisiert und die Berufsmatur ein bisschen hinten angestellt. Mit ein bisschen Durchbeissen hat das gut geklappt», sagt der Sportler. Seit er in der Erwachsenen-Kategorie spielt, sei das Radballspielen etwas entspannter geworden. «Jetzt, wo ich keine Schule mehr habe, würde ich das Trainingspensum aber gerne wieder ein wenig erhöhen», sagt Fankhauser.
Einerseits habe ihm der Sport den Ehrgeiz vermittelt. «Auch hier habe ich Spass und deshalb Lust, gut zu sein», sagt Fankhauser. Andererseits habe ihm das Radballspielen gezeigt, wie wichtig Teamarbeit sei. «Das hat mich auch für die Ausbildung gelehrt, dass man zusammen am weitesten kommt», sagt Fankhauser.
Ansporn, keine Konkurrenz
Bei der regionalen Lehrabschlussfeier in der Joggeli-Halle wurde dieses Jahr ein einziger Fähigkeitsausweis mit der Note 6 ausgehändigt – an Lorenz Boss. Der Sechser-Absolvent ist Fankhausers Arbeits- und Schulkollege bei Coop und kommt aus Basel.
Obwohl sie beide bereits mit hohen Ambitionen in die Lehre starteten, entwickelte sich zwischen ihnen statt eines Konkurrenzkampfs eine gute Freundschaft. «Als wir im zweiten Lehrjahr bei Coop in dieselbe Abteilung gekommen sind, haben wir schnell gemerkt, dass wir uns gut verstehen», sagt Levin Fankhauser. Von da an seien sie bewusst in derselben Abteilung geblieben. «Wir haben uns gegenseitig motiviert und gepusht, uns allerdings nie als Konkurrenten gesehen.»
Vielmehr hätten sie zusammengearbeitet und sich mehrmals für Schulprojekte zusammengetan. «Wir haben gemerkt, dass wir ähnlich ticken und vergleichbare Interessen und Ambitionen haben.» Dem Sportler ist Teamarbeit sowieso am liebsten. Einen Wettstreit habe es nie gegeben – dafür umso mehr gegenseitigen Ansporn.
Levin Fankhauser führt seinen Erfolg weniger auf Konkurrenzdenken als auf Freude an der Arbeit, seine soziale Einstellung, Teamgeist und das richtige Mass an Ehrgeiz zurück. Diese Eigenschaften werden wohl auch einige der Hunderten von Lernenden auszeichnen, die im August ihre Lehre beginnen.

