Beherzt seit 40 Jahren
17.09.2026 BaselGraue Panther Nordwestschweiz feiern Jubiläum
Die Pauluskirche in Basel füllte sich für einen besonderen Anlass: Die Grauen Panther Nordwestschweiz feierten ihr 40-jähriges Bestehen. Mehr als 200 Mitglieder und Gäste fanden sich ein, um die Grauen Panther und ...
Graue Panther Nordwestschweiz feiern Jubiläum
Die Pauluskirche in Basel füllte sich für einen besonderen Anlass: Die Grauen Panther Nordwestschweiz feierten ihr 40-jähriges Bestehen. Mehr als 200 Mitglieder und Gäste fanden sich ein, um die Grauen Panther und ihren kämpferischen Einsatz in der Alterspolitik der Nordwestschweiz zu feiern.
Die über Basel hinaus bekannte «Grey Panther Jazzband» stimmte die Anwesenden auf den Anlass ein. Co-Präsidentin Regula Meschberger und Co-Präsident Peter Howald begrüssten die anwesenden Mitglieder und die Gäste aus dem Netzwerk der Grauen Panther. Spezielle Grüsse gingen an Gründungsmitglied Ueli Mäder und an die zwei bisherigen Präsidiumsmitglieder Angeline Fankhauser und Hanspeter Meier.
Für einen lockeren Einstieg sorgte die Moderatorin des Anlasses, die Kabarettistin Bettina Dieterle. Sie griff die mit dem Alter verbundenen körperlichen Veränderungen humorvoll auf. So habe sich das Fitness-Programm von «Bauch-Beine-Po» auf «Augen-Ohren-Gewicht» verlagert. Der Basler Regierungsrat Lukas Engelberger hob in seiner Grussbotschaft die Bedeutung der Grauen Panther für die kantonale Alterspolitik hervor und dankte ihnen für ihr kontinuierliches Engagement in der «Alterskonferenz 55+». Der Baselbieter Gesundheitsdirektor Thomi Jourdan forderte die Grauen Panther auf, ihre einzigartige «Superkraft Weisheit» zu nutzen und sich einzumischen, getreu dem Motto «Wir lassen nicht über uns verfügen».
Martin Matter, Historiker und langjähriger Aktivist bei den Grauen Panthern, präsentierte heute kaum noch bekannte Meilensteine aus der Entstehungsgeschichte der Grauen Panther. Die Ursprünge gehen auf die USamerikanische «Gray-Panthers»-Bewegung der 1970er-Jahre zurück, die bis heute in den Vereinigten Staaten als eine der wichtigsten sozialen Bewegungen gilt.
In der Region Basel gründete Therese Zaugg im Jahr 1984 eine Selbsthilfegruppe für ein Wohnprojekt für ältere Menschen, zwei Jahre später wurden die Grauen Panther gegründet. In den ersten Jahren waren sie mit diversen Aktionen in der Öffentlichkeit präsent: Sie lancierten 1987 erfolgreich das Referendum gegen die Anschaffung von veralteten Trams und gingen mehrfach auf die Strasse, zum Beispiel gegen den Sozialabbau.
Die Grauen Panther haben in den vergangenen Jahren viele Neuerungen in der Alterspolitik angestossen und greifen in ihren gut besuchten Monatsveranstaltungen und zahlreichen Arbeitsgruppen aktuelle sozialpolitische Themen auf.
Die am Jubiläumsfest anwesende Politikerin Angeline Fankhauser hat als Präsidentin der Grauen Panther (1999 bis 2012) die Organisation mit ihrer zielgerichteten und mutigen Art stark geprägt. Als Mitbegründerin des Schweizerischen Seniorenrats, dem Beratungsorgan des Bundesrats, war sie auch auf nationaler Ebene engagiert. Im vergangenen Jahr ist ihr Porträt «Beherzt voran» erschienen. Im Interview mit Marc Joset, dem Herausgeber des Buches, kritisiert sie, dass ältere Menschen in der Gesellschaft als «defizitär» wahrgenommen werden. Von den Grauen Panthern wünscht sie sich, dass sie die «Kontinuität der guten Ideen pflegen».
Danach begeisterte der «Surprise»- Strassenchor die Zuhörerschaft mit seinen mitreissenden Liedern aus aller Welt. Die Leidenschaft der Chormitglieder für das Singen war spürbar – ein wahrhaftes Highlight des Festes.
Elke Tomforde, Vorstand Graue Panther Nordwestschweiz

