Baselbieter SP stellt sich neu auf
24.03.2026 MuttenzTania Cucè übernimmt das Präsidium von Nils Jocher
Die Delegierten der Baselbieter SP verabschieden ihren Präsidenten, beschnuppern den Regierungsratskandidaten Philipp Schoch, ehren den zurückgetretenen Nationalrat Eric Nussbaumer und fassen Parolen. Zudem ist ...
Tania Cucè übernimmt das Präsidium von Nils Jocher
Die Delegierten der Baselbieter SP verabschieden ihren Präsidenten, beschnuppern den Regierungsratskandidaten Philipp Schoch, ehren den zurückgetretenen Nationalrat Eric Nussbaumer und fassen Parolen. Zudem ist der Gelterkinder Lars Trachsel neu in der Parteileitung.
Daniel Aenishänslin
Die SP Baselland hat eine neue Führung. Die ehemalige Landrätin Tania Cucè (36) wechselt vom Vizepräsidium ins Präsidium und folgt auf Nils Jocher (30). Jocher zieht zu seiner Partnerin nach Bern. Ebenfalls scheidet Co-Vizepräsidentin Sandra Strüby-Schaub (55) aus. Die Buckterin wird sich auf ihr kommendes Landratspräsidium konzentrieren. Das neue Vizepräsidium bilden der Gelterkinder Lars Trachsel (24) und Simone Fluri (50). Dies beschlossen die Genossinnen und Genossen an ihrer Geschäftsdelegiertenversammlung vom Samstag in der Aula des Schulhauses Donnerbaum in Muttenz. Als Tagespräsident amtete alt Ständerat Claude Janjak.
Zum Abschied wünschte sich Nils Jocher zwei Dinge. Die SP müsse sich breit aufstellen, eine Volkspartei sein. «Wir müssen inhaltlich eine Politik machen, welche die Breite der Bevölkerung abholt. Gleichzeitig müssen wird das Personal ausbilden, das die Breite der Bevölkerung abbildet», sagte er. Weiter wünsche er sich, dass die SP auf Kurs bleibe. Diesen Kurs beschreibt Jocher so: «Was die SP von den anderen linken Parteien abhebt, ist, dass wir uns trauen, eine sehr umfassende Vorstellung einer anderen Welt zu skizzieren.»
Darum ging Cucè in die Politik
Tanja Cucè, aufgewachsen in Lausen, wohnhaft in Liestal, sagte in ihrer Ansprache, das Baselbiet könne sozialer, gerechter und zukunftsfähiger sein. Die Juristin betonte, Politik sei kein Machtspiel, sondern ein Werkzeug, um das Leben der Menschen besser zu machen. Sie stamme aus einer Familie, die unter schwierigen Arbeitsbedingungen zum Wohlstand beigetragen habe «und trotzdem nie wirklich dazugehörte».
Ein Grund, weshalb sie in die Politik gegangen sei, sei die Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund. Cucè nahm Bezug auf die Äusserung des Frenkendörfer SVP-Landrats Andreas Trüssel über Bundesrat Ignazio Cassis: «Er ist und bleibt ein Tschingg mit Schweizer Pass. Schweizer haben wir genug, es fehlt an Eidgenossen mit Rückgrat, Wirbelsäule hat jeder!» Tanja Cucès Kommentar dazu: «Ein Angriff auf unsere Grundwerte.»
Der Grünen-Regierungsratskandidat Philipp Schoch (52) nutzte die Gelegenheit, sich zu präsentieren. Schoch, ehemaliger Präsident der Baselbieter Grünen, alt Landrat und heutiger Prattler Gemeinderat, sagte: «Ich bin fest davon überzeugt, dass die Sozialdemokraten und die Grünen die besten Lösungen für die Herausforderungen unserer Zeit finden.» Eine Regierung sei stark, wenn sie sozial denke und ökologisch handle. Als Linker wollte er sich aber nicht bezeichnen. «Ich bin ein Grüner.»
Schoch, Pflegeleiter des Notfallzentrums am Kantonsspital Baselland, wurde gefragt, wie er sich in der Standortfrage des Kantonsspitals positioniere. «Sehr schade» sei es, dass das Verhältnis in der Gesundheitsversorgung mit Basel-Stadt nicht geklärt sei, so Schoch. «Deshalb würde ich mich als Regierungsrat für zwei Standorte einsetzen – dort, wo sie heute schon sind.» Die Versammlung beschloss grossmehrheitlich, Philipp Schochs Kandidatur zu unterstützen.
«Partisan der Sozialdemokratie»
Zum Schluss wurde der zurückgetretene Nationalrat Eric Nussbaumer geehrt. Alt Regierungsrat Peter Schmid lobte: «Deine sozialdemokratischen Grundwerte stehen nicht ständig zur Debatte. Du bist für mich so etwas wie ein praktischer Utopist und ein fröhlicher Partisan der Sozialdemokratie.» Nationalrätin Samira Marti pries Nussbaumers Gespür für Taktik und Strategie: «In einem derart bürgerlich dominierten Land wie der Schweiz kommen wir nie auf direktem Weg ans Ziel. Wir müssen Umwege aneinanderreihen. Das war deine ganz grosse Spezialität im Nationalrat.»
Die SP fasste an ihrer Geschäftsdelegiertenversammlung ihre Parolen für zwei eidgenössische und zwei kantonale Abstimmungen. Sie sagt deutlich Nein zur Volksinitiative «Keine 10-Millionen-Schweiz! (Nachhaltigkeitsinitiative)», zur Änderung des Bundesgesetzes über den zivilen Ersatzdienst sowie zur Gesetzesinitiative «Energiepolitik nur mit der Bevölkerung». Einstimmig beschliesst sie ein Ja zur Ausgabenbewilligung für die Realisierung der neuen Ortsdurchfahrt Birsfelden, also zur Umgestaltung der Hauptund der Rheinfelderstrasse.

