Ausgezeichnete Defensivleistung
25.08.2026 Sport, FussballSchweizer Cup Frauen: SV Sissach – Étoile Carouge 0:1 (0:0)
Dem Frauenteam des Erstligisten SV Sissach ist im Schweizer Cup gegen die favorisierte Nationalliga-B-Equipe Étoile Carouge bei der 0:1-Niederlage eine überzeugende Defensivleistung gelungen.
...Schweizer Cup Frauen: SV Sissach – Étoile Carouge 0:1 (0:0)
Dem Frauenteam des Erstligisten SV Sissach ist im Schweizer Cup gegen die favorisierte Nationalliga-B-Equipe Étoile Carouge bei der 0:1-Niederlage eine überzeugende Defensivleistung gelungen.
Edgar Hänggi
«Ich habe heute eine der besten Leistungen eines Sissacher Teams, das ich trainierte, gesehen. Ich bin stolz auf diese Equipe», sagte Trainer Michel Meier nach dem Abpfiff. Die Verantwortlichen der Oberbaselbieterinnen hatten vor der Erstrundenpartie im Schweizer Cup leichte Bedenken, dass der SVS gegen Étoile Carouge aus der Nationalliga B unter die Räder kommen könnte. «Wir haben leider immer noch zahlreiche verletzte Spielerinnen. Damit wir etwas breiter aufgestellt sind und Alternativen auf der Bank haben, wurden vier Spielerinnen aus der zweiten Equipe aufgeboten, und ich muss sagen: Die haben es richtig gut gemacht», lobte Meier. Vor allem Innenverteidigerin Anna Strub bildete mit Captain Vlora Dibrani ein Bollwerk, gegen das die Genferinnen kein Rezept fanden.
Carouge hat einen berühmten Trainer. Johan Djourou (39), ehemaliger Schweizer Nationalspieler, der seit 2024 Sportkoordinator des Schweizer Nationalteams der Frauen ist. «Étoile Carouge ist mein Jugendverein. Auf diese Saison hin ist meine Tochter Lou Mya ins NLB-Team aufgestiegen und deshalb habe ich gerne als Trainer übernommen», sagte der Ex-Internationale. Djourou lobte die Sissacherinnen für ihren mutigen und defensiv stabilen Auftritt. «Wir spielten aber zu kompliziert und uns ging der sogenannte Killerinstinkt gänzlich ab. Denn sonst hätten wir schon viel früher alles klar machen müssen.»
In der achten Minute hatte Sissach Glück, denn die gute Torhüterin Vicky Buceta lenkte einen Freistoss von Esther Okoro, der besten Spielerin auf dem Platz, via Latte aus der Gefahrenzone. In der 27. Minute erkannte der Schiedsrichter einen Treffer von Léa Mega wegen Abseits ab. Ansonsten hatte die von Dibrani gut dirigierte Defensive die Gegnerinnen unter Kontrolle. «Wir haben schon einen Achtungserfolg erreicht», sagte Assistenztrainer Kevin Schaub in der Pause. «Jetzt müssen wir etwa 10 Minuten überstehen, dann, wer weiss …». Just nach zehn Minuten traf jedoch Okoro mit einem Flachschuss an der machtlosen Buceta vorbei zum 1:0.
Selfie mit dem Promi-Trainer
Sissach fiel aber nicht auseinander. Die Genferinnen hätten die Begegnung in der Schlussphase vorzeitig entscheiden müssen, agierten aber zu umständlich. Statt selbst den Abschluss zu suchen, legten die Nationalligistinnen das Spielgerät wiederholt einer Teamkollegin auf. Zudem war in der Phase Buceta sehr sicher. Selbst kam das Heimteam aber zu keiner Torchance. Die Genfer Torhüterin Salomé Kila verbrachte einen geruhsamen Abend, aber das kümmerte niemanden.
«Ich musste anfangs sehr viel reden, dirigieren und führen», sagte SVS-Captain Dibrani. «Wir hatten Spielerinnen aus der zweiten Equipe im Team und auch neue Kolleginnen. Wir benötigten gegen Spielende stabile Nerven, denn die Kräfte liessen nach und die Genferinnen sind technisch gut, spielten schnell. Da kann sich jeder Fehler fatal auswirken.»
Nach Spielschluss nahmen die Trainer ihre Spielerinnen zusammen und besprachen das Geleistete. Als Johan Djourou in die Kabine gehen wollte, war plötzlich Selfie-Time angesagt. Jede Sissacherin wollte mit dem grossen Promi ein Bild. Djourou hatte viel Geduld und sichtlich auch seinen Spass. Verdient hatten es sich die Sissacherinnen.
TELEGRAMM
SV Sissach – Étoile Carouge 0:1 (0:0). Sportplatz: Tannenbrunn. Zuschauer: 50. Schiedsrichter: Filip Drmic. Tor: 55. Okoro 0:1
Sissach: Buceta; Hofstetter (64. Zimmermann), Dibrani, Strub, Thomann; Grieder, Rudin (73. Racaj), Blattner, Straumann (81. Kuster); Farinha Sierra, Graci.
Carouge: Kila; Dos Santos (67. Magarinos), Sbai, Grao; Djourou Pastor (77. De Both); Grivaz, Olembe (67. Kressibucher), Afiouni (46. Pélicant); Bonanno (81. Lavandeira); Okoro, Mega.
Bemerkung: Keine Verwarnungen.



