AUS DER VEREINSCHRONIK DER MUSIKGESELLSCHAFT BUUS
02.06.2026 Kultur, BuusVorgeschichte
Als Lehrer Heinrich Gyger in den 1880er-Jahren nach Buus kam, bestand ein kleiner Musikverein unter dem Namen Musikgesellschaft Buus. Derselbe wurde von Erhard Kaufmann («s`Botefritz») und Erhard Kaufmann («Küfers») etwa 1888 ins Leben ...
Vorgeschichte
Als Lehrer Heinrich Gyger in den 1880er-Jahren nach Buus kam, bestand ein kleiner Musikverein unter dem Namen Musikgesellschaft Buus. Derselbe wurde von Erhard Kaufmann («s`Botefritz») und Erhard Kaufmann («Küfers») etwa 1888 ins Leben gerufen und bestand nur aus wenigen Mitgliedern. Ihre Ausbildung verdankten sie dem begabten Musiker Josef Hohler von Zuzgen. Als die beiden Gründer zurücktraten, löste sich der Verein 1898 wieder auf.
Gründung
Bei der Einweihung der neuen Wasserversorgung im Jahr 1901 fand ein kleines Fest statt, das verbunden war mit einem Umzug vom Reservoir durch das Dorf. Bei diesem Anlass marschierte der Männerchor voraus und sang Marschlieder. Obwohl der Männerchor sein Möglichstes tat, wurde jetzt das Fehlen einer Dorfmusik offensichtlich. Auf Anregung von Heinrich Gyger fanden sich die nachstehenden jungen Männer zur Gründung der heutigen Musikgesellschaft zusammen: Hans Graf (zur Säge), Hans Graf (Rotmatt, «Herijoggis»), Reinhard Ruesch, Emil Breitenstein, erster Präsident August Schaub, Karl Schaub («Weberheinis»), Gottlieb Amsler, Emil Gysin und jemand aus dem Welschland. Am Neujahr 1902 trat die Musikgesellschaft Buus erstmals öffentlich in Erscheinung und der erste Auftritt des Vereins in der Fremde fand am Fricktaler Musiktag in Möhlin mit dem Marsch «Gruss an St. Blasien» statt.
Höhen und Tiefen
Vom kantonalen Musikverband kam am 27. Juni 1927 die Einladung, dem Verband beizutreten. Die 1930er waren sehr schwierig, der Verein verstand es aber, die Schwierigkeiten, auch die finanziellen, zu meistern. 1934 wurde der Fahnenfonds gegründet, mit einer Einlage von 70 Franken aus der Vereinskasse. Die Krisenjahre gingen vorüber, manches schien nun wieder besser ins Laufen zu kommen. Der Verein konnte 1937 die erste Fahnenweihe durchführen. Die zweite Vereinsfahne wurde 1973 geweiht, die nach einem intensiven Lifting ihren Dienst noch heute tut. Während des Zweiten Weltkriegs fehlten bei den Proben einige Musikanten. Zudem waren die Schulzimmer durch die Truppen belegt. Trotzdem traf sich der Verein am 14. Februar 1941 auf dem Dorfplatz, um in den darauffolgenden Tagen für die einrückenden Soldaten ein Konzert zu geben.
50- und 75-Jahre-Jubiläum
Im Verlauf der 1950er-Jahre hat sich nicht viel geändert. Höhepunkt dieser Epoche war ohne Zweifel das 50-Jahre-Jubiläum. Es wurde auf dem damals üblichen Festplatz «Kommengraben» am 28. und 29. Juli 1951 abgehalten. Von den Gründern konnten Emil Breitenstein, August Schaub, Reinhard Ruesch, Emil Gisin und Hans Graf geehrt werden.
Besonders hervorzuheben ist die Teilnahme am kantonalen Musikfest in Pratteln am 16. Juni 1974, bei dem die Musikgesellschaft Buus in der 3. Stärkeklasse den 1. Rang erreichte. Dieser Erfolg markierte einen musikalischen Höhepunkt der Vereinsgeschichte und unterstrich die Leistungsfähigkeit und den Zusammenhalt des Korps.
Mit Blick auf das Jubiläum von 1976 schrieb die Musikgesellschaft Buus selbstbewusst: «Wir stehen vor einem grossen Tag. Am 13. bis 15. August 1976 feiern wir das 75-jährige Bestehen der Musikgesellschaft Buus.» Die Bilanz der bisherigen Vereinstätigkeit und die Einschätzung für die kommenden Jahre war positiv: «Angesichts der erfreulichen Entwicklung in den letzten 75 Jahren braucht man wohl für die Zukunft keine Bedenken zu haben.» Diese Worte zeigen, wie stark der Verein schon damals in der Dorfkultur verankert war – getragen von Engagement, Gemeinschaft und einem unerschütterlichen Glauben an die eigene Zukunft. Sie erinnern daran, dass die Musikgesellschaft Buus über Generationen hinweg nicht nur Musik gemacht, sondern ein Stück Buusner Identität geschaffen hat.
Uniformen und Instrumente
Am 2. Mai 1934 zeigte sich der Verein erstmals anlässlich eines Ausflugs nach Rünenberg in den neu angeschafften Occasion-Uniformen aus Thun, finanziert von Herrn Amsler, Waldegg. Im Jahr 1967 wurde die erste neue Uniform angeschafft, welche schwarz war. Nachfolgend waren die Uniformen braun und blau.
In den Anfangszeiten wurde auf Leihinstrumenten gespielt. Besonders prägend war die umfassende Neuanschaffung Ende der 1960er, als sich der Verein für hochwertige Instrumente der Marke Besson entschied. Diese Investition wurde durch den Dirigenten Erwin Bürgin fachkundig begleitet.
Tätigkeiten und Anlässe
Die Musikgesellschaft Buus blickt auf eine besondere Tradition zurück: 1961 erwarb der Verein eine eigene Festhütte aus Holz, die über zwei Jahrzehnte hinweg nicht nur für Vereinsanlässe, sondern auch erfolgreich an externe Veranstaltungen vermietet wurde. Als die Konstruktion den steigenden Anforderungen nicht mehr standhielt, entschied sich die Musikgesellschaft 1983 zu einem innovativen Schritt: Aus dem Holz der alten Hütte entstand in reiner Eigenleistung ein neues, handliches Festzelt – speziell für die «Buusner Suuserchilbi», ein herbstlicher Anlass, bei dem «Suuser» aus den vereinseigenen Reben ausgeschenkt wurde und Musik, Tanz und Gemeinschaft im Mittelpunkt standen.
Vornehmlich Unterhaltungsmusik
Mit ihrer kleinen Besetzung spielt die Musikgesellschaft vornehmlich Unterhaltungsmusik. Regelmässig unternimmt sie einoder mehrtägige Reisen, auch ins Ausland. Die Jugendmusik «Mawibu», 2004 auf Initiative von «Resiak» gegründet, vereinte die Musikvereine Magden, Wintersingen und Buus in einem gemeinsamen Engagement für den Nachwuchs. Die Jugendmusik wurde 2018 schweren Herzens aufgelöst.
Fehlender Nachwuchs
Als erste Frau präsidiert Barbara Gass die Musikgesellschaft. Die musikalische Leitung hat Martin Ritter inne. 2025 gehörten 16 Aktivmitglieder zum Verein – inklusive Fähndrich. Dazu zählt der Verein 67 Passiv-, 5 Ehren- und 3 Freimitglieder. Die grösste Sorge, welche die Musikgesellschaft in ihrem Jubiläumsjahr beschäftigt, ist der fehlende Nachwuchs. Trotzdem schaut sie mit Optimismus in ihre Zukunft.
Sander van Riemsdijk


