Blumenwiese dank Heugrasübertragung
Nicht jede Blumenwiese entsteht aus einer Saatmischung. Am Ebenrain setzt man stattdessen auf Heugras einer artenreichen Wiese aus der Region. So sollen sich heimische Pflanzenarten langfristig ansiedeln.
Brigitt Buser
...
Blumenwiese dank Heugrasübertragung
Nicht jede Blumenwiese entsteht aus einer Saatmischung. Am Ebenrain setzt man stattdessen auf Heugras einer artenreichen Wiese aus der Region. So sollen sich heimische Pflanzenarten langfristig ansiedeln.
Brigitt Buser
Kürzlich wurde auf dem Gutsbetrieb Ebenrain eine neue Blumenwiese angesät – allerdings nicht mit gekauftem Saatgut, sondern mit Heugras einer artenreichen Wiese aus der Region. Das Verfahren soll die Biodiversität fördern.
Statt handelsüblicher Saatmischungen kam Schnittgut einer extensiv bewirtschafteten Wiese zum Einsatz. Dieses enthält Samen zahlreicher heimischer Pflanzenarten, die beim Ausbringen auf die vorbereitete Fläche fallen, keimen und sich entwickeln. Ziel ist es, eine artenreiche Wiese mit regionaltypischer Flora entstehen zu lassen.
Dass die Methode funktioniert, zeigt unter anderem das im Jahr 2021 rekultivierte Sangetenbiotop in Tenniken. Dort wurde Schnittgut einer artenreichen Wiese aus Zeglingen ausgebracht. Ein Grossteil der Pflanzen konnte sich seither erfolgreich etablieren. Auch am Ebenrain lief die Ansaat nach diesem Prinzip ab.
Am 31. Mai mähte Bewirtschafter Thomas Hirsbrunner frühmorgens die Spenderfläche in Sissach und transportierte das Schnittgut mit dem Ladewagen auf die vorbereitete Fläche. Dort verteilten Helferinnen und Helfer das Material mit Heugabeln möglichst dünn und gleichmässig. Nach und nach fallen die Samen aus den Halmen auf den Boden und beginnen bei ausreichend Feuchtigkeit und Wärme zu keimen. Das ausgebrachte Heu bleibt zunächst liegen und schützt die jungen Keimlinge vor Hitze, Wind und starkem Regen. Später verrottet es und wird Teil des Bodens.
Die Voraussetzungen für einen erfolgreichen Start waren in diesem Jahr günstig. Anfang Juni sorgten kühle Temperaturen und regelmässiger Regen für gute Keimbedingungen. Die aktuelle Hitze und Trockenheit stellen die junge Wiese allerdings auf die Probe. «Wir werden sehen, ob sie es schafft. Da nicht alle Samen gleichzeitig reif sind und keimen, kann es gut sein, dass bei der nächsten Regenperiode weitere Pflanzen wachsen», sagt Bronya Dehlinger, am Ebenrain zuständig für Biodiversitätsförderung im Landwirtschaftsgebiet.