Auf dem Weg der Genesung
31.03.2026 SissachGeneralversammlung des Bauernverbands beider Basel
Über den finanziellen Berg ist der Bauernverband beider Basel noch nicht, doch die Jahresrechnung mit einem stattlichen Gewinn stimmt den Vorstand optimistisch.
Elmar Gächter
«Manne, dir ...
Generalversammlung des Bauernverbands beider Basel
Über den finanziellen Berg ist der Bauernverband beider Basel noch nicht, doch die Jahresrechnung mit einem stattlichen Gewinn stimmt den Vorstand optimistisch.
Elmar Gächter
«Manne, dir müesst Freud ha.» An diese Worte seines Tierzuchtlehrers während der Berufsschule im Waldhof erinnert sich Marc Brodbeck gerne, wie er in seiner humorvollen Eröffnungsrede vor den rund 90 Mitgliedern und Gästen festhielt. In einer Zeit negativer Nachrichten aus aller Welt seien sie heute speziell wichtig. Um dies musikalisch zu untermauern, liess der Präsident des Bauernverbands beider Basel (BVBB) auf seinem Handy ein paar Takte aus der Schnellpolka «Freud ha» von Niklaus Hess erklingen.
Grund zur (verhaltenen) Freude hatten die Teilnehmenden in der Aula des Sissacher Ebenrain-Zentrums an den von Stephan Plattner präsentierten Zahlen. Sprach er beim Rechnungsabschluss 2023 noch von einer Katastrophe – das Eigenkapital war auf rund 20 000 Franken geschmolzen, die Liquidität kurzfristig gefährdet – sieht er die finanzielle Lage des Verbands heute weniger düster. «Das Ergebnis 2025 ist deutlich besser ausgefallen als erwartet, die Talsohle scheint durchschritten, es geht langsam wieder aufwärts», so der BVBB-Finanzchef.
Der Vorstand verfolgt zur Sanierung der Verbandsfinanzen eine Dreisäulenstrategie: höhere Mitgliederbeiträge, ein höherer Deckungsbeitrag aus dem Versicherungsgeschäft – der BVBB führt in eigener Regie die Regionalstelle der Agrisano-Versicherung – sowie tiefere Personalkosten. Zwei der Ziele konnten mit den Entscheiden an der Generalversammlung von 2024, die Beiträge zu erhöhen und sich vom Geschäftsführer zu trennen, relativ schnell erreicht werden. Der Deckungsbeitrag entwickelte sich vor allem in den vergangenen Monaten deutlich positiv.
Die Jahresrechnung 2025 schliesst mit einem Gewinn von rund 35 000 Franken, was einer Verbesserung von über 56 000 Franken gegenüber dem Vorjahr entspricht; insbesondere sind die Erträge deutlich höher ausgefallen als budgetiert. Noch ist das Eigenkapital bescheiden und Sorgenfalten macht nach wie vor die Liquidität; denn die kurzfristig fälligen Verbindlichkeiten liegen noch immer höher als die verfügbaren flüssigen Mittel.
Um den Liquiditätsengpass Ende 2025 zu bewältigen und die Lohnzahlungen sicherzustellen, haben die Vorstandsmitglieder ihre Darlehen an den BVBB erhöht; Ziel ist es laut Stephan Plattner, sie in den nächsten Jahren zu tilgen. Die Rechnung 2025 wurde einstimmig genehmigt.
Gegen den «Vegan-Zwang»
Im Herbst wird das Stimmvolk über die Ernährungsinitiative abstimmen. Claudia Brodbeck, Vizepräsidentin des BVBB, schwor die Mitglieder im Hinblick auf die Abstimmung darauf ein, sich gegen den «Vegan-Zwang», wie sie den Vorstoss nennt, geschlossen zur Wehr zu setzen. Es gebe dafür genügend Gründe, vom unrealistischen Ziel von 70 Prozent Eigenversorgung bis hin zu mehr Einkaufstourismus und Arbeitsplatzverlusten.
Der Baselbieter Volkswirtschaftsund Gesundheitsminister Thomi Jourdan sprach das Thema PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) an, die mit schwer abbaubaren Chemikalien Umwelt sowie menschliche und tierische Gewebe belasten und Krebs verursachen können. «Wir setzen uns bei diesem Thema, das uns stark beschäftigt, für einen pragmatischen Weg ein, um eine Lösung zu finden», so der Regierungsrat.
Als grosses Anliegen nannte er den Kampf gegen Tierseuchen und Schadenorganismen, der eine bessere Zusammenarbeit zwischen den betroffenen Ämtern erfordert; in diesem Zusammenhang wird es heuer eine Übung zur Verhinderung und Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest geben.
Michel Darbellay, stellvertretender Direktor des Schweizer Bauernverbands (SBV), wird ab September das Amt für Landwirtschaft des Kantons Jura leiten und war deshalb letztmals am Anlass des BVBB dabei. Er sprach unter anderem über die geopolitische Lage mit den explosionsartig gestiegenen Dieselpreisen. «Wir müssen die Zusatzkosten auf unsere Produkte umlegen können, sonst haben wir ein grosses Problem in der Landwirtschaft.»
Gefreut habe er sich über den Erfolg beim Entlastungspaket des Bundes, wo die Landwirtschaft mit einem blauen Auge davongekommen sei. Damit die Anliegen der Landwirte auch künftig die nötige Mehrheit finden, richte sich das Dossier des SBV schon heute prioritär auf den nationalen Wahlkampf 2027 aus.
An der Generalversammlung des Bauernverbands werden traditionell Absolventen von landwirtschaftlichen Ausbildungen geehrt. Dieses Jahr die Meisterlandwirte Matthias Amport, Bretzwil; Janic Gisin, Lausen; Lukas Graf, Buus; Rafael Häring, Arisdorf; Marc Schär, Ormalingen, sowie Obstbaumeister Manuel Wüthrich, Zunzgen. Verabschiedet wurden an der Versammlung Kathrin Itin als Präsidentin der Kommission «Bim Buur in d’ Schuel» sowie Matthias Hofer als Mitglied desselben Gremiums. Itin wird ersetzt durch Rebecca Streiff aus Oberdorf.

