Auf Augenhöhe
27.10.2026 Sport, Unihockey1. Liga Frauen: Bubendorf bietet Oekingen die Stirn
Die Bubendörfer Erstligistinnen trotzten an ihrer Heimrunde Meister und Leader UHC Oekingen ein 5:5 ab – und haderten trotzdem: Im zweiten Spiel gaben sie gegen den UHV Skorpion Emmental eine Führung aus der Hand und ...
1. Liga Frauen: Bubendorf bietet Oekingen die Stirn
Die Bubendörfer Erstligistinnen trotzten an ihrer Heimrunde Meister und Leader UHC Oekingen ein 5:5 ab – und haderten trotzdem: Im zweiten Spiel gaben sie gegen den UHV Skorpion Emmental eine Führung aus der Hand und verloren 5:7.
Michael Herrmann
Die Rollen schienen am Sonntag klar verteilt: Erst vor zwei Wochen war der TSV Bubendorf im Cup am UHC Oekingen gescheitert, nun standen ihm die amtierenden Meisterinnen und Tabellenführerinnen der 1. Liga Kleinfeld erneut gegenüber – wieder vor heimischem Publikum in der Sporthalle Sappeten. Von übertriebenem Respekt war bei den Baselbieterinnen nichts zu spüren. Sie hielten von Beginn weg dagegen, suchten die Zweikämpfe und schenkten den Favoritinnen keinen Meter.
Es entwickelte sich ein intensives Spiel mit vielen Duellen, die aber fast immer fair geführt wurden. Gerade diese Bereitschaft, in die Zweikämpfe zu gehen, freute Trainer Yannick Kilcher besonders. Wie nahe die Überraschung lag, zeigte eine Phase im zweiten Drittel: Sieben, acht Minuten lang bestimmte Kilchers Team das Geschehen klar, hielt die Gegnerinnen in deren Zone fest und erspielte sich Chance um Chance.
Gegen ein Team dieses Kalibers erlebe man so etwas selten, sagte Kilcher nach dem Spiel. Doch gerade als das Momentum auf Bubendörfer Seite lag, kippte die Partie. Eine Zweiminutenstrafe zum ungünstigsten Zeitpunkt brach den Rhythmus und die Solothurnerinnen fanden zurück ins Spiel. Für Gesprächsstoff sorgte zudem ein Penaltyentscheid, den der Trainer nicht nachvollziehen konnte. Dem Schiedsrichter die Schuld zuschieben wollte er dennoch nicht: Entschieden hätte am Ende nicht der Unparteiische, sein Team habe den Sieg selbst aus der Hand gegeben. Gegen das stärkste Team der Liga sei bei allen eine gewisse Nervosität spürbar gewesen.
Spannend blieb es beim Stand von 5:5 jedoch bis zur Schlusssirene. In den letzten Sekunden bot sich Bubendorf nochmals die Chance zum Siegtreffer, doch der Ball wollte nicht mehr ins Tor. Ein Sieg wäre durchaus verdient gewesen. «Es ist ein Unentschieden, aber es fühlt sich jetzt an wie eine Niederlage», bilanzierte Kilcher unmittelbar nach dem Ende. Ein unglücklicher Ausgang, doch einer, der Zuversicht für die kommenden Spiele gab.
Schwung nicht mitgenommen
Viel Zeit zum Durchatmen blieb nicht. Im zweiten Spiel warteten mit dem UHV Skorpion Emmental III die Vizeschweizermeisterinnen der vergangenen Saison. Bubendorf erwischte den besseren Start: Joya Mosimann traf bereits nach einer Minute, Delia Plattner legte mit einem Doppelpack zum 3:1-Pausenstand nach.
Als Tania Oberli in der 31. Minute auf 4:2 erhöhte, schien die Partie in die richtige Richtung zu laufen. Doch innert gut zwei Minuten glichen die Emmentalerinnen aus. Mosimann brachte ihr Team in der 34. Minute zwar nochmals mit 5:4 in Führung, in der Schlussphase aber kippte das Spiel endgültig. Mit drei Toren in gut vier Minuten sicherte sich Skorpion Emmental den 7:5-Sieg. Matchentscheidend war Nadia Zaugg, die gleich viermal traf.
So bleibt den Bubendörferinnen aus der eigenen Heimrunde nur ein Punkt, obwohl deutlich mehr dringelegen hatte. Die wichtigste Erkenntnis des Tags wiegt aber schwerer als die Tabelle: Das Team kann mit den Besten der Liga auf Augenhöhe mithalten. Gelingt es dem auf Rang 6 klassierten TSV, die starken Phasen über die ganze Spielzeit zu tragen, dürften die Punkte nicht mehr lange auf sich warten lassen.

