Arbeiten, wohnen und leben
25.03.2025 SissachStänderätin Jacqueline Badran kommt ins «Cheesmeyer»
vs. Wie gestalten wir unsere Stadt oder Gemeinde, damit möglichst alle gut leben? Darüber diskutieren am kommenden Donnerstag, im «Cheesmeyer» Nationalrätin und Unternehmerin ...
Ständerätin Jacqueline Badran kommt ins «Cheesmeyer»
vs. Wie gestalten wir unsere Stadt oder Gemeinde, damit möglichst alle gut leben? Darüber diskutieren am kommenden Donnerstag, im «Cheesmeyer» Nationalrätin und Unternehmerin Jacqueline Badran (SP), die Wohnforscherin Miriam Meuth und der Architekt Jacques Herzog.
«Bei grösseren Bauprojekten gibt es klare Vorgaben, was gebaut werden muss – sei es ein Auditorium, ein Museum, eine Shopping Mall oder manchmal auch alles zusammen», so Herzog. Was aber oft fehle, sei eine übergeordnete Idee, wie das Projekt in den Ort integriert werden kann. Hier sei die Rolle der Architektur entscheidend und gehe weit über den eigentlichen Auftrag hinaus. Ein Gebäude wird laut Herzog nur dann Bestand haben, wenn seine Integration gelingt. «Und wir Architekten werden nur dann auch in Zukunft bei der realen Konstruktion der Städte eine Rolle spielen, wenn es uns gelingt, Orte zu schaffen, wo sich Menschen gerne aufhalten.»
Die Menschen rückt auch Miriam Meuth in den Vordergrund. Das Gestalten von Stadt und Gemeinden reicht laut Meuth über die beruflichen Profis hinaus. Wichtig seien «die verschiedenen Menschen, die da leben». Deshalb müssten Gemeinden «Vielfalt ermöglichen» und «nicht nur für alle, sondern mit allen planen, die Parks, Siedlungen und Freiflächen nutzen». Und das erfordere «keine Schmalspur- oder Alibi-Partizipation, sondern demokratische Prozesse des Aushandelns und der Verständigung, damit alle da wohnen können, die das wollen».
Auf konkrete Möglichkeiten der Beteiligung weist Jacqueline Badran in ihrer Zukunftsvision («Mein Jaba’jaba») hin, die sie im «Heimatbuch für Weltoffene» von Beat Jans (Basel 2019) publizierte. Des «Pudels Kern» ist für Jacqueline Badran, «nicht Opfer der Umstände zu sein». Vielmehr gelte es, «diese neu zu denken und selbst mit zu gestalten».
Solidarität beschäftigte die langjährige Politikerin schon früh und verdrängte ihre «Tagträume der persönlichen Selbstoptimierung». Das Aussehen und die Frisur verloren für die einstige Skirennfahrerin bald an Bedeutung. Am Zürichberg aufgewachsen, kannte sie die «Welt der Reichen und Schönen». «Neue Heimat» fand sie in ihrem Engagement. Mit Menschen vor Augen, die weniger privilegiert sind und beispielsweise «täglich Wasser suchen und rumschleppen», so die Zürcherin.
Am «Erfolgsmodell Schweiz» schätzt die Politikerin den «stark föderalistischen (halb)direkt-demokratischen Rechtsstaat». Zudem gehörten wichtige Güter und Dienstleistungen zum Volksvermögen. Sie werden quasi von der Gemeinschaft kostendeckend bereitgestellt. Unsinnige (Teil-)Privatisierungen bedrohten dies jedoch. Sie zielten sogar auf das Wasser ab. Das empört Badran. «Heimat» ist für sie auch «das Gefühl, nicht ausgebeutet zu werden». Und so setzt sie sich für ein Land ein, die ihrem «Jaba» (Jacqueline Badran)-Modell entspricht. Wasser und Boden müssten für alle erhalten bleiben und die gesetzliche Kostendeckung den privaten Immobilienbesitz regeln.
Talk mit Jacqueline Badran, Miriam Meuth und Jacques Herzog, moderiert von Ueli Mäder. Donnerstag, 27. März, 19 Uhr, «Cheesmeyer», Sissach.
