Alles neu beim VBC Gelterkinden
16.10.2026 Sport, VolleyballAndreas Minder will mit den Frauen die 2. Liga halten
Beim VBC Gelterkinden ist nach der erfolgreichen Saison kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Die Aufgabe, den Aufstieg in die 2. Liga der Frauen zu bestätigen, hat ein neu zusammengestelltes Team unter einem altbekannten ...
Andreas Minder will mit den Frauen die 2. Liga halten
Beim VBC Gelterkinden ist nach der erfolgreichen Saison kaum ein Stein auf dem anderen geblieben. Die Aufgabe, den Aufstieg in die 2. Liga der Frauen zu bestätigen, hat ein neu zusammengestelltes Team unter einem altbekannten Trainer.
Sebastian Wirz
«Es gab Höhen und Tiefen, aber wir können viel Positives mitnehmen aus diesem Spiel», sagt Trainer Andreas Minder nach dem Cup-Spiel des VBC Gelterkinden am Dienstagabend. Die Zweitligistinnen haben sich nach dem Auftaktsieg gegen Volley Reusstal (2. Liga) auch gegen den TV Muttenz (3. Liga) mit 3:1 durchgesetzt und stehen in der dritten Runde des Schweizer Cups. Es ist ein erfreulicher Auftakt einer Saison, in der grosse Herausforderungen auf Minder und sein Team warten. Schliesslich ist der Itinger nach Gelterkinden zurückgekehrt, weil hier eine «spannende Aufgabe» auf ihn wartete.
Der VBC Gelterkinden ist der Stammverein des 44-Jährigen. Hier hat er selbst bis zur 1. Liga gespielt und erste Erfahrungen als Trainer gesammelt. Anschliessend führte er das Frauenteam des TV Itingen von der 5. bis in die 1. Liga, ehe er beim KTV Riehen und in Therwil auf nationalem Niveau coachte. Und doch ist die anstehende Saison für den erfahrenen Trainer eine reizvolle Aufgabe. Es gilt, den VBCG in der höchsten regionalen Spielklasse zu halten.
Als «Damen 2» und Aufsteigerinnen in die Saison gestartet, hat das junge Gelterkinder Team vergangenes Jahr die 3. Liga aufgemischt. Mit 14 Siegen aus 16 Spielen realisierte der VBCG unter Raffael Hêche den erneuten Aufstieg. Danach fand nicht nur der Trainer als Assistent in der Nationalliga A in Aarau eine neue Herausforderung, auch wichtige Leistungsträgerinnen verliessen den Verein. Aufgrund der Abgänge wurde eine Herausforderung noch grösser, die «historisch» gesehen schon so gross war: Der VBC Gelterkinden gehörte seit der Jahrtausendwende und damit nach der Zeit in Nationalliga B und 1. Liga bereits viermal zur höchsten regionalen Liga. Dreimal stieg der Verein nach einem Jahr wieder ab. Nur einmal, in den Nullerjahren, spielte der VBCG zwei Jahre am Stück in der 2. Liga, ehe der Abstieg erfolgte.
Enges Rennen gegen Abstieg
Der VBC Gelterkinden hatte zwar um die Jahrtausendwende in der Nationalliga A der Männer und der Nationalliga B der Frauen seine glänzendsten Zeiten, ist heute aber breiter aufgestellt. Mehr Aktivteams und vor allem mehr Juniorinnen und Junioren betreiben den Sport in Gelterkinden. So ist es denn auch der Anspruch des Vereins, in der höchsten Liga der Frauen und Männer präsent zu sein.
«Der Ligaerhalt ist für mich ein neues, spannendes Ziel», sagt Andreas Minder, der in den vergangenen Jahren stets mit Teams mit deutlich grösseren Ambitionen betraut war. Die Mission nimmt er mit einem im Vergleich zum Vorjahr deutlich veränderten Kader in Angriff: Zum verbleibenden Kern von jungen Spielerinnen sind mehrere erfahrene hinzugekommen, aus dem Verein selbst und von ausserhalb. Wozu dieses Kollektiv genau imstande ist, weiss der Trainer noch nicht. Wenn es mit dem Ligaerhalt klappen soll, müssten die Spielerinnen mit ihren unterschiedlichen Hintergründen als Erstes eine Einheit werden. Dann hänge vieles davon ab, welche individuelle Entwicklung die Spielerinnen machen würden und ob sie ans Niveau der 2. Liga herangeführt werden können.
Und nicht zuletzt kommt es auf die gegnerischen Teams an: «Ich rechne mit einem sehr engen Rennen», sagt Minder. Die Konkurrenz sei sehr stark, das betreffe nicht nur die Topteams, die «auch in der 1. Liga bestehen könnten», wie Minder überzeugt ist. Auch die beiden anderen Aufstiegs-Teams seien sehr gut besetzt. Und so hofft Minder, dass er nach der Saison dasselbe Fazit ziehen kann wie nach dem Sieg in der zweiten Cup-Runde am Dienstag: Höhen, vielleicht auch Tiefen, aber möglichst viel Positives.
Junge Trainerinnen statt routinierter Spieler
wis. Auf Männerseite tritt der VBC Gelterkinden zwar wie in den vergangenen Jahren mit je einem Team in der 2. und 3. Liga an, die Gesichter der Teams haben sich jedoch stark verändert. Nach dem zweiten Regionalmeistertitel in Serie im Frühling hat sich gleich eine ganze Gruppe von routinierten Spielern mit Erfahrung in den nationalen Ligen vom Sport oder zumindest vom Verein verabschiedet. Von der ersten Mannschaft übrig geblieben sind in etwa jene Spieler, die in der Vergangenheit zusätzlich den Kern der zweiten Mannschaft gebildet haben. So gleicht das neue Fanionteam stark dem «Zwei» des vergangenen Jahres – es tritt aber eine Spielklasse höher an als das ehemalige 3.-Liga-Team.
Als Trainerinnen haben mit Leila Sutter und Joana Weiser zwei VBCGlerinnen übernommen, die erstmals ein Aktivteam führen. «Es gefällt uns», sagt Sutter auf Anfrage, «wir ergänzen uns gut und finden immer mehr in unsere Rolle.» Das Saisonziel heisst auch bei den Männern: Ligaerhalt. Statt sich wie in den vergangenen beiden Jahren in Richtung Spitze zu orientieren, geht es für den VBC Gelterkinden primär darum, sich vom Tabellenende fernzuhalten. Die junge zweite Mannschaft verfolgt dasselbe Ziel eine Liga darunter.

