Achtung, fertig, l …
15.09.2026 PolitikMatthias Liechti, designierter Regierungsrat, SVP, Rümlingen
Es heisst, es sei die schönste Zeit im Leben eines Regierungsrats: die Monate zwischen der Wahl und dem Amtsantritt. Bei mir dauert diese Phase etwas mehr als 100 Tage. Sie gewährt mir bereits ...
Matthias Liechti, designierter Regierungsrat, SVP, Rümlingen
Es heisst, es sei die schönste Zeit im Leben eines Regierungsrats: die Monate zwischen der Wahl und dem Amtsantritt. Bei mir dauert diese Phase etwas mehr als 100 Tage. Sie gewährt mir bereits jetzt einige Einblicke in die vielseitigen Aufgaben und die mannigfaltigen Anspruchsgruppen, die mich künftig begleiten werden.
Kurz nach der Wahl durfte ich an einer Sitzung des Regierungsrats teilnehmen. Gemeinsam beschlossen wir die künftige Ämterverteilung. Ich darf die Bau- und Umweltschutzdirektion, kurz BUD, übernehmen und trete so nicht nur die Nachfolge von Isaac Reber in der Regierung, sondern auch gleich in der Direktion an.
Mit der Zuteilung begann die eigentliche Vorbereitung. Viele der aktuellen politischen Geschäfte der BUD sind öffentlich einsehbar. Die Geschäftsdatenbank des Landrats weist derzeit mehr als 250 Geschäfte aus, die in der Direktion bearbeitet werden müssen. Das Spektrum ist riesig: Es reicht vom Hitzemonitoring an Schulen über die Anpassung von Richtplänen bis hin zu Neuverhandlungen von Staatsverträgen und vielem mehr.
Um aus dieser Fülle jene Dossiers zu identifizieren, die Priorität haben, durfte ich auf die Unterstützung des Generalsekretariats zählen. Das ist die zentrale Drehscheibe jeder Direktion. Sie veran- lasste, dass die verschiedenen Abteilungen der BUD eine Übersicht jener Themen zusammenstellten, mit denen ich mich unmittelbar nach dem Start befassen muss.
Wichtiger als Akten sind mir jedoch die Menschen, mit denen ich künftig zusammenarbeite. Es ist ungemein bereichernd, den Mitarbeitenden der BUD zu begegnen und zu erfahren, worin ihre alltäglichen Herausforderungen bestehen. Ebenso wertvoll ist der Austausch mit künftigen Ratskolleginnen und -kollegen aus anderen Kantonen, um von ihren Erfahrungen zu profitieren und Netzwerke zu knüpfen. Peinlich wird es nur, wenn man jemanden zum ersten Mal trifft, den man eigentlich kennen sollte, und man vor lauter neuer Gesichter den Überblick verliert – souverän ist anders, da liegt noch ein Stück Arbeit vor mir.
Arbeit gab und gibt es auch in meiner bisherigen Anstellung, um alle laufenden Projekte ordentlich abschliessen zu können. Da ein Regierungsrat keiner bezahlten privaten Tätigkeit nachgehen darf, musste ich nach der Wahl jedoch sowohl meinen Job kündigen als auch Landrats- und Revisionsmandate abgeben. Auch unseren kleinen Bauernbetrieb darf ich nicht mehr weiterführen. Das sind die Schattenseiten dieser Wahl. Gerade beim Hof, der seit Generationen in unserer Familie ist, fällt der Abschied nicht leicht und ist auch mit einer Portion Wehmut verbunden.
Und dennoch überwiegt die Vorfreude. Ich freue mich darauf, gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der BUD die anstehenden Herausforderungen anzupacken. Mit Partnern wie auch Kritisierenden konstruktive Lösungen zu erarbeiten, die unserem Kanton nachhaltig dienen. Und ich freue mich auf das Ratskollegium und das gemeinsame Wirken für das «Ländli, wo mir dehäime sy».
Denn trotz aller Vorbereitung ist mir bewusst: Der Start wird ein Sprung ins kalte Wasser. Achtung, fertig, LOS!
In der «Carte blanche» äussern sich Oberbaselbieter National- und Landratsmitglieder sowie Vertreterinnen und Vertreter der Gemeindebehörden zu einem selbst gewählten Thema.

