Abschied und Blick in die Zukunft
12.06.2026 KircheEvangelisch-reformierte Kirche gedenkt an der Frühjahrssynode ihres verstorbenen Co-Präsidenten
Die Frühjahrssynode der Evangelisch-reformierten Kirche Baselland stand im Zeichen des Abschieds von Co-Präsident Dieter Hofer. Im Mittelpunkt standen auch die erfolgreiche ...
Evangelisch-reformierte Kirche gedenkt an der Frühjahrssynode ihres verstorbenen Co-Präsidenten
Die Frühjahrssynode der Evangelisch-reformierten Kirche Baselland stand im Zeichen des Abschieds von Co-Präsident Dieter Hofer. Im Mittelpunkt standen auch die erfolgreiche Jahresrechnung 2025 und die neue Strategie des Kirchenrats bis 2029.
André Frauchiger
Der Gottesdienst in der reformierten Kirche Laufen vor Beginn der Frühjahrssynode der Evangelisch-reformierten Synode im grossen Saal des Seniorenzentrums Rosengarten in Laufen begann traurig: Es galt, vom am 1. Juni auf einer Velotour verstorbenen Co-Präsidenten der Synode, Dieter Hofer, Abschied zu nehmen. Dieser habe sein Amt mit Liebe und Leidenschaft ausgeübt, erklärte Laienpredigerin Gisela Schnell Kocher während des Gottesdienstes. Er stand unter dem Leitwort «Siehe, ich mache alles neu» aus der Offenbarung 21,5.
Paul Reimann bezeichnete den Verstorbenen zu Beginn der Synode als «liebenswürdigen Perfektionisten». Für Co-Präsidentin Isabell Vögtli, die nun allein die Synode zu leiten hatte, hinterlässt Dieter Hofer eine «riesengrosse Lücke». An seinem leeren Platz im Saal brannte zum Gedenken eine Kerze.
Daniel Scholer, Stadtrat von Laufen, stellte eingangs der Synode kurz sein «Stedtli» vor. Danach standen zwei Themen im Vordergrund der Frühjahrssynode: Erstens die Jahresrechnung und der Jahresbericht 2025 und zweitens die überarbeitete Strategie und die Legislaturziele für die Jahre 2026 bis 2029 des Kirchenrats.
Sehr gute Jahresrechnung
Hervorragend abgeschlossen hat die Jahresrechnung 2025. Dies insbesondere wegen markant höherer Einnahmen bei den Kirchensteuern der juristischen Personen (Unternehmen) – ein Millionenbetrag. Allein aus diesen Mehreinnahmen konnten 2,5 Millionen Franken dem Fonds Baubeiträge zugewiesen werden. Zudem war es möglich, eine Zuweisung von 400 000 Franken in den Fonds Härtefälle vorzunehmen. Insgesamt schliesst die Verwaltungsrechnung mit einem Mehrertrag von rund 152 000 Franken ab, die Rechnung der Kirchensteuern der juristischen Personen nach allen Abzügen mit rund 278 000 Franken. In der Bilanz konnte ein Grossteil der liquiden Mittel neu in Obligationen angelegt werden, und zwar rund 11,2 Millionen Franken. Die Reformierte Kirche Baselland hat zweifellos von der recht guten Wirtschaftslage im Kanton profitiert.
Der Kirchenrat hat an der Frühjahrssynode dem Kirchenparlament seine aktualisierte Strategie zusammen mit den Legislaturzielen zur Kenntnis gebracht. Dabei handelt es sich laut dem Kirchenrat um Grundlagen, nach denen der Kirchenrat sein Planen, Arbeiten und Entscheiden in seinem Kompetenzbereich ausrichtet.
In seinen Erläuterungen erklärte der Kirchenrat: «Unser Auftrag als Kirche bleibt als der immer gleiche bestehen: die Verkündigung des Evangeliums in Wort und Tat. Wir verstehen uns auch als Kirche für das Volk und sind für alle Menschen da – ob Mitglied oder nicht – insbesondere für die Bevölkerung im Kanton Basel-Landschaft.» Strategie und Legislaturziele orientierten sich an diesem Auftrag.
Moderne Kirche
Die Legislaturziele betreffen die Bereiche theologischer Dialog, Diakonie, Innovation, gesellschaftliche Verantwortung und digitale Entwicklung. Die Kirche soll in moderner Form bei der Bevölkerung präsenter werden.
Gesprächs- und Bildungsangebote zu Glaubens- und Sinnfragen stehen im Vordergrund, aber auch die Weiterentwicklung und verstärkte sinnvolle Nutzung von digitalen Kommunikationsmitteln. Ein weiteres Thema soll das Aufzeigen der Vor- und Nachteile von Künstlicher Intelligenz sein – vor dem Hintergrund der christlichen Ethik. Ein grosses Bedürfnis aus der Bevölkerung ist der Ausbau der Seelsorge im Alter. Im Weiteren soll es vermehrt Angebote und Unterstützung im Fall von Trauer geben. Seit April dieses Jahres läuft im Bereich Seelsorge das Pilotprojekt «mobiler Palliativdienst».
Kirchgemeinden sollen mehr Unterstützung bei sozialen Projekten erhalten. Darunter fallen unter anderem der Bereich Armutsbekämpfung, psychische Gesundheit oder Quartierarbeit. Insbesondere auch die grosse Bedeutung der Zusammenarbeit mit dem Kanton Baselland und dem Hilfswerk der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (Heks) bei den Hilfsprojekten «Opfer des Krieges aus Europa» und «Brücke der Hoffnung» wurde an der Synode unterstrichen.
Besonders wichtig sind dem Kirchenrat nach wie vor der Religionsunterricht, insbesondere an den Schulen, sowie die Jugendarbeit. Bedauert wurde an der Synode die Absage des Jugendfestivals «Refugium» als Folge von zu wenigen Anmeldungen. Das überkantonale Jugendfestival «Refine» soll 2027 im Baselbiet stattfinden mit dem Ziel, auch neue Wege in der Jugendarbeit zu finden.
Nicht wenige Kirchgemeinden stehen vor der Frage, welche Pfarrhäuser, Kirchgemeindehäuser und weitere Liegenschaften sie sich – vor allem wegen der hohen Unterhaltskosten – noch leisten können. Der Kirchenrat will dabei vermehrt mit den Kirchgemeinden in Kontakt treten, um bei der Lösungsfindung mitzuhelfen. Ihm ist wichtig, dass die Liegenschaften nicht nur unterhalten werden, sondern auch Orte der kirchlichen Begegnung und des Glaubens bleiben.
Der Ziefner Gemeindepfarrer Hansueli Meier wurde von der Synode einstimmig als Abgeordneter für die Synode der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz gewählt.

