800 Jahre, 800 Lampions und 800 Rappen
11.08.2026 TennikenDas Dorf bereitet sich aufs Jubiläumsfest vor
In knapp zwei Wochen steht Tenniken ganz im Zeichen seines 800. Geburtstags. Unter dem Motto «Hütt für Morn» soll das Dorffest vom 21. bis 23. August Behörden, Vereine und Bevölkerung zusammenbringen und den ...
Das Dorf bereitet sich aufs Jubiläumsfest vor
In knapp zwei Wochen steht Tenniken ganz im Zeichen seines 800. Geburtstags. Unter dem Motto «Hütt für Morn» soll das Dorffest vom 21. bis 23. August Behörden, Vereine und Bevölkerung zusammenbringen und den Gemeinschaftssinn stärken.
Brigitt Buser
Vor gut drei Jahren rief die Gemeinde dazu auf, ein Organisationskomitee zu bilden, um das 800-jährige Bestehen Tennikens gebührend zu feiern. Behörden und Vereine wurden früh an einen Tisch gebracht, sodass genügend Zeit für die Vorbereitungen blieb. Das war auch nötig, denn den Festbesuchern soll einiges geboten werden. Zunzgen, Sissach und Oltingen legten mit kreativen Jubiläumsanlässen die Messlatte hoch. Auch Lampenberg und Läufelfingen stehen mit ihren 800-Jahre-Feiern bereits in den Startlöchern.
Dass in Tenniken viel kreative Kraft schlummert, zeigte sich bereits beim Häkeln von 800 Lampions. Ein Teil davon schmückt die beiden Harassenbogen an den Dorfeingängen Nord und Süd. Die übrigen werden den Festperimeter nachts beleuchten. «Mit dem Einrichten geht es langsam los, so richtig ersichtlich wird der Festperimeter aber erst um den 15. August. Ab dann ist auch mit Verkehrsbehinderungen zu rechnen», sagt OK-Präsidentin Marianne Iberg zum Zeitplan.
Musikalisch wird einiges geboten
Die dreitägige Geburtstagsfeier wird am Freitag, 21. August, um 17 Uhr eröffnet. Den Auftakt machen das Alphorntrio «Mir wei luege» sowie das «Tennikerlied» aus der Feder von Max Mundwiler (siehe Artikel unten), vorgetragen vom Gemischten Chor Tenniken «… ma non troppo » unter der Leitung von Nicola Meier Jäggi. Anschliessend folgt die Uraufführung des «Tenniker Marschs» durch den Musikverein Tenniken. Danach sprechen Regierungsrat und Kulturdirektor Markus Eigenmann, der Zunzger Gemeindepräsident Hans Wüthrich, Tennikens Gemeindepräsident Thomas Grütter sowie OK-Präsidentin Marianne Iberg ihre Grussworte.
Während des Festes sorgen zahlreiche Vereine mit vielen Beizen, Kaffeestuben, Bars und Ständen für das leibliche Wohl der Besucherinnen und Besucher. Jede Lokalität trägt einen Tenniker Flurnamen und informiert darüber, wie dieser entstanden ist. So etwa die «Chäle-Schüüre» der Familie Ryf vom Hof Kählen, in der unter anderem Chirsiwürste angeboten werden. Die Kaffeestube des Frauenvereins trägt den Namen «Bäbelismatt».
Auch Musikliebhaber kommen auf ihre Kosten. Auf den Bühnen «Baumgarten» und «Pfarrhaus» sowie in der Kirche finden zahlreiche Konzerte und Darbietungen statt. Neben lokalen Formationen wie dem Musikverein, der Familien-Gugge «Bölchefrösch» oder dem Liedermacher Max Mundwiler, der seine Version des «Tennikerlieds» präsentieren wird, wirken unter anderem auch die Regionale Musikschule Sissach, Sarah-Jane, die Trachtengruppe Sissach, oder «Farnsburg Dixie» mit.
Auch wer es rockiger mag, findet im abwechslungsreichen Programm etwas nach seinem Geschmack. So treten etwa «Camelin» mit einer Mischung aus Punk, Rock ’n’ Roll, Folk und Blues sowie «Living in the 80s» mit Songs und Medleys aus den 1980er-Jahren auf. Ebenfalls auf dem Programm stehen die Baselbieter Mundartrockband «Spruchrif», «Burn The Past» aus Solothurn mit Rock und Rock ’n’ Roll sowie «5at13» aus dem Oberbaselbiet, deren Eigenkompositionen von Blues, Funk und Pop geprägt sind. Das Acoustic-Folk-Duo «Byjence» aus dem Baselbiet ergänzt das Programm mit soulig-melancholischen Klängen.
Blick in die Energie-Geschichte
Zur Freude des Organisationskomitees hat der in Tenniken aufgewachsene Pianist Mischa Cheung für zwei Konzerte in der Kirche zugesagt. Für magische Momente sorgt zudem der in Tenniken wohnhafte Zauberkünstler Marco Caviola.
Die Jüngsten kommen beispielsweise beim Kinderschminken, beim Basteln von Samenbomben, am Stand des Natur- und Vogelschutzvereins Tenniken (NVVT), beim Ponyreiten, Bullriding und Alpaka-Trekking auf ihre Kosten. Eine Tombola und ein Markt mit Verkaufs- und Informationsständen ergänzen das Angebot. Vertreten sind hier unter anderem die Rego-Fix, Adev/Gunep, die Feuerwehr Bölchen oder die Igelstation.
Für Unterhaltung sorgen zudem Strassenclowns, ein Kasperlitheater und eine Kinderdisco. Sportinteressierte können einen Sporttalk mit Weltmeister Adrian Schaub (Standardpistole) und der Sissacher Para-Snowboarderin Romy Tschopp besuchen. Einen Blick in die Vergangenheit bieten die Posamenterstube mit Webvorführungen sowie die Ausstellung «Früher» in der Trafostation.
Am Sonntag findet um 10 Uhr ein Gottesdienst statt, musikalisch begleitet vom Chor «… ma non troppo». Um 12 Uhr folgt ein kleiner, mit Überraschungen gespickter Festumzug. Wer danach noch Energie hat, kann sich auf der Hüpfburg austoben, während Erholungssuchende auf dem «Tschillacher» (Chilchacher) eine Pause einlegen können.
Das Festmotto «Hütt für Morn» wurde nicht ohne Grund gewählt. Der Erlös aus dem Dorffest fliesst vollumfänglich in die Erneuerung und Beschattung des Spielplatzes Seematt, erklärt OK-Präsidentin Iberg. Die gebastelten Lampions und sämtliches Mobiliar, welches das OK bereitgestellt hat, werden nach dem Dorffest am Samstag, 29. August, zwischen 11 und 14 Uhr in der Seematt-Turnhalle zum Verkauf angeboten.
Übrigens: Nach wie vor werden Helferinnen und Helfer für den Losverkauf sowie für den Auf- und Abbau gesucht …
Tenniken hat jetzt ein «Dorfplätzli»
bbu. Im Vorfeld der 800-Jahr-Feier hat Tenniken dem Platz bei der Gemeindeverwaltung einen Namen gegeben. Knapp 100 Personen beteiligten sich am Wettbewerb und reichten 22 Vorschläge ein. Am Samstagmorgen wurde das Geheimnis gelüftet: Unter Applaus enthüllte Gemeindepräsident Thomas Grütter das Schild mit der Aufschrift «Dorfplätzli». Die Idee für den von der Jury ausgewählten Namen stammt von Leana Kuster. Als Preis erhielt sie eine Tenniker Jubiläumsuhr der ansässigen Firma Grovana. «Schlussendlich machte ein einfacher, simpler, aber toller Name das Rennen», sagte Grütter zufrieden.
Den Festbesucherinnen und -besuchern wird geraten, mit dem öV anzureisen. Das Parkieren auf Wiesen und Feldern ist wegen der Brandgefahr verboten.
Die Eintrittspreise betragen 800 Rappen für Erwachsene und 500 Rappen für Kinder zwischen 6 und 15 Jahren.

