700 000 Franken für sauberes Trinkwasser
31.03.2026 EptingenGemeinde muss Quelle mit Reinigungsanlage ausstatten
Die Leisenquelle bringt immer weniger Wasser und die Wasserqualität der Obertlochquelle ist mangelhaft. Um die Situation zu entschärfen, hat die Gemeindeversammlung 700 000 Franken für eine Ultrafiltrationsanlage für ...
Gemeinde muss Quelle mit Reinigungsanlage ausstatten
Die Leisenquelle bringt immer weniger Wasser und die Wasserqualität der Obertlochquelle ist mangelhaft. Um die Situation zu entschärfen, hat die Gemeindeversammlung 700 000 Franken für eine Ultrafiltrationsanlage für die Obertlochquelle bewilligt.
Carolina Mazacek
Am 26. März hätte in Eptingen eigentlich ein Gemeindeforum stattfinden sollen, an dem der Gemeinderat die Bevölkerung über verschiedene Themen informiert. Es kam jedoch etwas Dringendes dazwischen: Die Obertlochquelle benötigt eine Ultrafiltrationsanlage, und anstatt des Gemeindeforums fand eine ausserordentliche Gemeindeversammlung statt, die über einen Kredit in Höhe von 700 000 Franken für das Vorhaben zu entscheiden hatte.
Wie Vizepräsident Christian Tschannen sagte, sei die Situation betreffend der Wasserversorgung in Eptingen heikel. Das Dorf besitze zwei Quellen. Die Quellschüttung der Leisenquelle habe sich in den vergangenen 20 Jahren halbiert und bringe während Trockenperioden nur wenig Wasser. Die Obertlochquelle hingegen liefere konstant viel Wasser, selbst wenn über längere Zeit Regen ausbleibe. Das Wasser sei jedoch bei intensiven Regenfällen stark mikrobiologisch belastet und trüb. Der Grund dafür ist, dass sich die Quelle in der Nähe des Obertlochbachs befindet und somit im Einzugsgebiet der Landwirtschaft liegt.
«Die Obertlochquelle ist unser zweites Standbein, wenn die Leisenquelle nur wenig Wasser bringt», sagte Tschannen. Um sie weiterhin nutzen zu dürfen, reiche die jetzige Ultraviolett-Anlage zur Wasseraufbereitung nicht mehr aus, da die Trübung zu stark ist und die Richtlinien somit nicht eingehalten werden können. Auch der Kanton mache Druck: Unternehme Eptingen nichts, dürfe die Quelle ab Mitte 2027 nicht mehr genutzt werden.
Filteranlage in Bürocontainer
2024 wurde ein Pilotversuch mit einer Ultrafiltrationsanlage an der Obertlochquelle durchgeführt. Dieser hat gezeigt, dass diese Aufbereitungsart erfolgreich ist. Die Anlage soll in einem Bürocontainer vorgefertigt und an den Standort geliefert werden. Die Fassade des Containers wird mit Holz verkleidet und mit einem Pult- oder Satteldach zur optischen Einbindung in die Umgebung ergänzt. Mit rund 400 000 Franken ist die Aufbereitungsanlage der grösste Ausgabenposten im Projekt mit Gesamtkosten von rund 700 000 Franken.
Erstellt werden soll die Anlage auf der Parzelle Nummer 1142 in unmittelbarer Nähe zur bestehenden Brunnstube. Dadurch ergeben sich tiefe Kosten für den Leitungsbau. Das Grundstück hat die Gemeinde zu diesem Zweck bereits erworben. Da sich die Parzelle jedoch in der Wohn- und Geschäftszone befindet, muss eine Umzonung vorgenommen werden.
Die Finanzierung erfolgt über die Wasserkasse. Aus Sicht des Gemeinderats erscheint eine einmalige Übertragung von 1 Million Franken aus der Abwasserkasse in die Wasserkasse als sinnvoll. Eine Erhöhung der Wassergebühren sei noch nicht geplant, werde aber in Zukunft ein Thema sein.
Der Gemeinderat hat auch weitere Varianten zur Lösung des Trinkwasserproblems geprüft: so einen Anschluss an Hägendorf oder Diegten sowie das Bohren einer neuen Quelle. Diese Varianten wären jedoch gleich teuer oder teurer geworden.
Aus der Versammlung wurde vorgeschlagen, eine Quellschutzzone zu definieren und sie als Schutzzone auszuzeichnen, in der keine Landwirtschaft betrieben werden darf. Der Gemeinderat hielt dem entgegen, dass es keine Garantie dafür gebe, dass das Wasser durch diese Massnahme die Vorgaben einhalten wird. Schliesslich wurde der Kreditantrag genehmigt.
Parzelle für Parkplätze kaufen?
Nach dem einzigen Traktandum informierte der Gemeinderat darüber, dass der Kanton eine Parzelle zum Verkauf anbietet. Sie befindet sich am Dorfausgang Richtung Diegten. Der konkrete Verkaufspreis werde noch diskutiert. Aus der Versammlung waren Stimmen zu vernehmen, wonach ein Kauf sinnvoll wäre. Die Parzelle könnte als Parkplatz genutzt werden, denn während Veranstaltungen im Dorf sei die Parkplatzsituation in Eptingen jeweils prekär.
Für Diskussionen sorgte die Bushaltestelle Edelweiss in Fahrtrichtung Sissach. An der Gemeindeversammlung im November 2025 wurde aus der Bevölkerung der Wunsch nach einem Unterstand geäussert, und deshalb hat die Verwaltung geprüft, ob dies möglich ist. Der Kanton habe nicht vorgesehen sich an den Kosten zu beteiligen, da die erforderliche Mindestanzahl von 100 Ein- und Ausstiegen pro Tag nicht erreicht werde. Parallel dazu finden Gespräche mit der Verkehrspolizei statt, weil die Strasse im Bereich der Haltestelle relativ breit ist und es keine Massnahmen für eine sichere Querung gibt, insbesondere für Schülerinnen und Schüler.
Weitere Informationen gab es zur Erneuerung der Gehwege auf dem Friedhof, zu den Willkommensschildern an den Dorfeingängen sowie zum notwendigen Filter bei der Holzschnitzelfeuerung. Da dort die Feinstaubgrenzwerte überschritten werden, soll ein entsprechender Filter installiert werden.

