25 Jahre bis zur «Eptinger»-Quelle
14.08.2026 EptingenDie Trockenheit beeinträchtigt die Mineralwasserproduktion nicht
In Eptingen ist Wassersparen angesagt und das Autowaschen und das Rasensprengen sind verboten. Die Produktion der Mineralquelle Eptingen ist davon nicht tangiert. Sie läuft ohne Einschränkung.
...Die Trockenheit beeinträchtigt die Mineralwasserproduktion nicht
In Eptingen ist Wassersparen angesagt und das Autowaschen und das Rasensprengen sind verboten. Die Produktion der Mineralquelle Eptingen ist davon nicht tangiert. Sie läuft ohne Einschränkung.
Fiona Findlay
Während die Gemeinde Eptingen wegen der anhaltenden Trockenheit zum Wassersparen aufruft und auch Verbote ausgesprochen hat, bleibt die Mineralquelle Eptingen AG von den kurzfristigen Auswirkungen der Hitze und des ausbleibenden Niederschlags weitgehend verschont. Die Birchquelle, aus der das Eptinger Mineralwasser stammt, entspringt 417 Meter tief im Juragebirge und ist damit vor der aktuellen Trockenheit bestens geschützt.
Verwaltungsratspräsidentin Damaris Armbruster verweist zudem auf den langen Weg des Wassers durch das Juragestein: Rund 25 Jahre dauere es, bis das Niederschlagswasser die Quelle erreicht. Dieser lange Filtrations- und Mineralisierungsprozess trage dazu bei, dass die Quellschüttung auch während längerer Trockenperioden weitgehend stabil bleibe.
Weshalb sich ein trockener Sommer nicht unmittelbar auf das Mineralwasservorkommen auswirkt, erklärte Wasserchemiker Urs von Gunten kürzlich gegenüber «SRF» wie folgt: Mineralwasserquellen profitierten von weit zurückliegenden Niederschlägen. Damit gefährden kurzfristige Trockenperioden die Schüttung der Mineralquellen nicht. Schreitet der Klimawandel jedoch weiter fort, könne sich die Grundwasserbildung langfristig verändern, so der Experte.
Auch die geografische Lage und die Beschaffenheit einer Mineralquelle tragen zu ihrer Beständigkeit gegen saisonale Trockenheit bei, erklärt Oliver Schilling, Professor für Hydrogeologie an der Universität Basel. Für hochmineralisiertes Wasser, das aus tieferen Quellen als weiches Wasser stammt, seien saisonale Trockenheiten praktisch kein Thema. Nach den Einschätzungen Schillings kann es Jahrzehnte bis hin zu Jahrhunderten dauern, bis sich Trockenperioden bei solchen tiefen Mineralquellen bemerkbar machen.
Deutlich höhere Nachfrage
«Eptinger» ist nach Firmenangaben das mineralreichste Wasser der Schweiz. Für das Unternehmen habe der verantwortungsvolle Schutz der Quelle höchste Priorität, betont Damaris Armbruster. Unter fachlicher Begleitung überwache man die Quelle, die Wasserqualität und weitere relevante Kennwerte laufend. Der Quelle werde nur so viel Wasser entnommen, wie sie auch langfristig hergebe.
Während die Mineralquelle von der Trockenheit also verschont wird, macht sich die Hitze, die Böden und Bäche austrocknet und die Menschen zum Schwitzen bringt, beim Unternehmen in anderer Hinsicht bemerkbar: Mit den steigenden Temperaturen nimmt auch die Nachfrage nach Mineralwasser zu. In diesem Sommer habe das Unternehmen erneut eine deutlich erhöhte Nachfrage registriert, sagt Armbruster. Mit zusätzlichen Schichten in der Produktion stelle Eptinger die Versorgung ihrer Kundschaft sicher.
Auch mit Blick auf die kommenden Jahre stelle sich das Unternehmen überdies auf häufiger auftretende Trocken- und Hitzeperioden ein, so Armbruster. Dabei gewinne insbesondere eine vorausschauende Personal- und Produktionsplanung an Bedeutung.
