Gesperrte Bölchenstrasse wirft Probleme auf
11.08.2023 EptingenNordstrasse von der Jägerhütte bis zu den Kallhöfen bis Ende nächste Woche zu
Noch bis 18. August ist die Nordstrasse in Eptingen wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Dies findet der Diegter SVP-Landrat Matthias Ritter harmlos – im Gegensatz zur seit dem 10. Januar ...
Nordstrasse von der Jägerhütte bis zu den Kallhöfen bis Ende nächste Woche zu
Noch bis 18. August ist die Nordstrasse in Eptingen wegen Sanierungsarbeiten gesperrt. Dies findet der Diegter SVP-Landrat Matthias Ritter harmlos – im Gegensatz zur seit dem 10. Januar bestehenden Sperrung der Bölchenstrasse. Landwirt Christoph Schmutz ist gleicher Meinung.
Paul Aenishänslin
Weil es entlang der Nordstrasse in Eptingen zu mehreren Rutschungen gekommen ist, bleibt diese Strasse zwischen der Jägerhütte und den Kallhöfen für Sanierungsarbeiten gesperrt. Wie das für die Sanierung zuständige Forstrevier Oberes Diegtertal gestern mitteilte, verlängert sich die Sanierung wegen der Niederschläge in der vergangenen Woche um eine Woche. Somit bleibt die Strasse bis zum 18. August für den Motorfahrzeugverkehr gesperrt. Für Fussgänger und Velofahrer bleibt die Strasse durchgehend passierbar.
Der Diegter Landrat Matthias Ritter (SVP) findet die Sperrung «vergleichsweise harmlos». Die Nordstrasse sei seit jeher rutschgefährdet und müsse fast jedes Jahr für kurze Zeit gesperrt werden. Dies sei ein geringes Problem für die im Bölchengebiet lebenden Bauern und für den Durchgangsverkehr vom «Kilchzimmer» bis zu den Kallhöfen. Er meint: «Der Berg lebt eben, damit muss man umgehen.»
Schlimmer findet Ritter, dass die Bölchenstrasse seit dem 10. Januar gesperrt ist: vom Berghaus Oberbölchen über die Passhöhe unterhalb des Gipfels der Bölchenfluh bis zum grossen Parkplatz Richtung Langenbruck. Die Sperrung habe in verschiedener Hinsicht «grosse» Auswirkungen. Die Bauern, die entlang der Bölchenstrasse Land besitzen oder bewirtschaften, müssten teilweise einen riesigen Umweg über Bennwil, Oberdorf und Langenbruck auf sich nehmen, um dorthin zu gelangen, sagt Ritter. Auch litten die Restaurants im Bölchengebiet unter der Strassensperrung. Sie hätten weniger Gäste als sonst.
Vonseiten des Kantons sei ihm versichert worden, dass die Arbeiten bis im September oder Oktober dieses Jahres abgeschlossen würden, sagt Ritter. Saniert wird ein Strassenabschnitt von rund 300 Metern Länge. Er befindet sich unterhalb der Passhöhe auf der Eptinger Seite. Wegen der Rutschung der Stützmauer ist die Strasse dort nur noch rund 2,5 Meter breit.
«Eine Zumutung»
Noch seien keine Baumaschinen aufgefahren, um die Bölchenstrasse wieder für den Motorfahrzeugverkehr passierbar zu machen, sagt Ritter. Der Kanton aber sei verpflichtet, für eine rasche Wiederinstandstellung der Kantonsstrasse zu sorgen, meint er. Er begreife nicht, warum auf der Baustelle seit Anfang Jahr nichts passiere und die Strasse einfach gesperrt bleibe. Das sei für die Nutzerinnen und Nutzer der Strasse «eine Zumutung».
Ritter glaubt, dass der Kanton mit verschiedenen Ellen misst: Bei Strassenproblemen im Unterbaselbiet sei der Kanton meistens sofort zur Stelle, um Abhilfe zu schaffen. Selbst nach dem Teil-Abbruch der Tschudy-Villa in Sissach sei der Kanton unverzüglich aktiv geworden, um das gefährdete Haus mit einem Schutzdach zu versehen. «Geht es aber um das Erholungsgebiet Bölchen, lässt sich der Kanton alle Zeit, bis die dringend notwendige Sanierung der wichtigen Strassenverbindung gestartet wird.»
Der Diegter versteht das «Abwarten», die «Untätigkeit» und die «Ungleichbehandlung» von Ober- und Unterbaselbiet nicht. Er hofft, dass die Bölchenstrasse bald saniert und für den Verkehr endlich wieder freigegeben wird: «Einige Menschen sind auf diese Strasse, die Eptingen und Langenbruck verbindet, angewiesen.»
Auch Landwirt ärgert sich
Landwirt Christoph Schmutz vom Hof Unterbölchen teilt Ritters Meinung: Er hat gar kein Verständnis dafür, dass die Bölchenstrasse seit nun fast sieben Monaten für den Durchgangsverkehr geschlossen ist. Und dies nur wegen eines kleinen Hangrutsches. «Da geht einfach nichts», regt er sich auf. Das sei «inakzeptabel».
«Dabei wäre es so einfach, als Übergangslösung wenigstens die bergseitige Fahrspur wieder freizulegen und für den Einbahnverkehr zu öffnen», meint Schmutz. So lange, bis die talseitige Fahrspur inklusive Stützmauer neu gebaut worden ist.»
Er beklagt sich über den grossen Umweg, den er auf sich nehmen müsse, um nach Langenbruck zu gelangen, solange die Bölchenstrasse komplett gesperrt ist. Und er erwähnt ebenfalls die grossen Einbussen, welche die Restaurants im Bölchengebiet erleiden. «Denn der Durchgangsverkehr fehlt gänzlich.»
Kanton: «sehr komplexe und aufwendige Instandsetzung»
Die schweren Regenfälle im Januar haben einen Hangrutsch im Bereich Spitzenflüeli auf der Kantonsstrasse Langenbruck– Eptingen verursacht. Die geologische Situation ist nach wie vor sehr gefährlich. Der Hangrutsch hat nicht nur die Strasse und eine Stützmauer beschädigt, sondern ebenso die Rohre der Hangentwässerung. Die Gefahr von weiteren Rutschen bei starkem Niederschlag ist deshalb noch nicht gebannt.
Wegen der geologischen Umstände war die Projektierung der Instandsetzung der Kantonsstrasse sehr komplex und aufwendig. Die Bauarbeiten werden Anfang September beginnen, die Strasse kann voraussichtlich Ende Jahr wieder geöffnet werden. Um die Sicherheit dauerhaft gewährleisten zu können, braucht es zusätzliche Massnahmen, die voraussichtlich im Mai 2024 umgesetzt sein werden.

