Verschiedenes bremst Amtliches aus
20.06.2023 Rünenberg«Gmäini» diskutierte ausgiebig über geplante Mobilfunkantenne
Das Traktandum Verschiedenes löste an der Rünenberger Gemeindeversammlung vergangene Woche eine längere Debatte aus. Die Rechnung wurde hingegen kommentarlos verabschiedet.
Otto ...
«Gmäini» diskutierte ausgiebig über geplante Mobilfunkantenne
Das Traktandum Verschiedenes löste an der Rünenberger Gemeindeversammlung vergangene Woche eine längere Debatte aus. Die Rechnung wurde hingegen kommentarlos verabschiedet.
Otto Graf
Die «Kürze» der Traktandenliste ist kein verlässlicher Gradmesser dafür, wie lange eine «Gmäini» dauern wird. Dies bestätigte sich in Rünenberg: Die beiden Sachgeschäfte brachte Gemeindepräsident Thomas Zumbrunn in einer halben Stunde über die Bühne. Der Rest, Informationen und Anliegen aus dem Volk, nahm mehr als die doppelte Zeit in Anspruch.
Die Jahresrechnung gibt ein erfreuliches Bild ab. Der erwirtschaftete Gewinn überstieg die budgetierte Summe um rund 200 000 Franken, was den Gemeinderat bewog, den gleichen Betrag als Vorfinanzierung des Neubaus der Mehrzweckhalle auf die hohe Kante zu legen. Bei einem Gesamtaufwand von 3,6 Millionen Franken verblieb somit ein kleines Plus von rund 9000 Franken. Folglich erhöhte sich das Eigenkapital auf 3,2 Millionen Franken. Der Hauptgrund für den erfreulichen Abschluss ist in den tiefer ausgefallenen Ausgaben zu suchen.
Zwar verfehlte der Ertrag der Steuern das anvisierte Ziel um 92 000 Franken. Doch die Minderausgaben konnten diese Einbusse mehr als wettmachen. Gut sieht es auch in den über Gebühren finanzierten und in sich geschlossenen Rechnungskreisen der Wasserversorgung und der Abwasserbeseitigung aus. Die Spezialfinanzierung Wasser generierte einen Überschuss von über 45 000 Franken, während das Abwasser einen Verlust von 6000 Franken einfuhr. Beide Kassen verfügen über ein ansehnliches Kapitalpolster.
In der dritten Spezialfinanzierung, der Abfallbeseitigung, sieht es hingegen düster aus. Ohne Gegenmassnahmen droht sogar ein Bilanzfehlbetrag, das Schreckgespenst jedes Buchhalters. Denn das Eigenkapital ist nach dem hohen Jahresverlust von 20 000 Franken auf gerade noch 9200 Franken zusammengeschmolzen. Aufgrund dieser Entwicklung, liess Zumbrunn durchblicken, müsse auf 2024 eine Gebührenerhöhung ins Auge gefasst werden. Die mehr als 30 Stimmberechtigten segneten die Rechnung schliesslich vorbehaltlos ab.
Auch die Änderungen des bereits vor Jahresfrist beschlossenen Vertrags der «Versorgungsregion Farnsberg plus» wurden kommentarlos angenommen. Wegen eines von Gemeinden im Unterbaselbiet erwirkten Urteils des Kantonsgerichts sind die Kompetenzen der Vertragsgemeinden und der Delegiertenversammlungen aller Versorgungsregionen neu zu regeln. Den elf Farnsberger Gemeinden erwachsen durch die Vertragsanpassung keine Mehrkosten.
Wie weiter bezüglich Antenne?
Unter «Verschiedenes» nahm der Gemeinrat einen von privater Seite schriftlich formulierten und mündlich ergänzten Antrag entgegen, in dem es um eine von der Swisscom in Rünenberg geplante Mobilfunkanlage geht (die «Volksstimme» berichtete). Wie der Präsident sagte, werde der Gemeinderat demnächst über das weitere Vorgehen entscheiden. Entweder arbeite man von sich aus eine Vorlage aus, oder man lasse die «Gmäini» entscheiden, ob der Antrag als erheblich zu erklären ist.
Reichlich Gesprächsstoff lieferten zuvor die vom Gemeinderat vorgestellten Varianten, wie im Dorf die Grüngutentsorgung neu geregelt werden könnte.

