Container-Schulzimmer kommt
16.06.2023 Diepflingen«Gmäini» schafft mehr Schulraum
pae. Gemeindepräsidentin Stefanie Orlandi konnte an der Einwohnergemeindeversamlung vom Mittwoch 47 Stimmberechtigte begrüssen. Ein Rekord, wie sie gleich feststellte, seit sie Mitglied des Gemeinderats ist. Erstes ...
«Gmäini» schafft mehr Schulraum
pae. Gemeindepräsidentin Stefanie Orlandi konnte an der Einwohnergemeindeversamlung vom Mittwoch 47 Stimmberechtigte begrüssen. Ein Rekord, wie sie gleich feststellte, seit sie Mitglied des Gemeinderats ist. Erstes Sachgeschäft war dann die Genehmigung der Rechnung 2022. Sie schliesst nach Zuweisung von 170 000 Franken in die finanzpolitische Reserve immer noch mit einem Ertragsüberschuss von fast 192 000 Franken ab.
Erwartet worden war für 2022 ein Defizit. Zum positiven Resultat haben verschiedene Faktoren beigetragen, wie ein markant höherer Steuerertrag, tiefere Kosten im Gesundheitsbereich, ausserordentliche Sozialhilfe-Rückerstattungen und eine gute Ausgabendisziplin der Gemeinde. In der Schlussabstimmung passierte die Rechnung ohne Gegenstimmen.
Weiter ging es mit der Festlegung des künftig geltenden Führungsmodells an den kommunalen Schulen in Diepflingen. Wie Gemeinderätin Damaris Bracher festhielt, stehen drei Modelle zur Auswahl: Das Schulratsmodell, das Gemeinderatsmodell und das Kommissionsmodell. Die Versammlung beschloss mit 42 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen die Weiterführung des bisherigen Schulratsmodells, wobei dem Schulrat die operative Führung zukommt und dem Gemeinderat die Finanzkompetenz.
Das dritte Sachgeschäft, die Schulraumerweiterung ab dem Schuljahr 2023/24, gab am meisten zu reden. Zum einen soll aufgrund der steigenden Schülerzahlen in der Primarschule Diepflingen, die aktuell 92 Schülerinnen und Schüler sowie 14 Lehrkräfte zählt, und den neuen vorgeschriebenen Unterrichtsformen mit vermehrtem Gruppenunterricht in den bestehenden Gemeindeliegenschaften zusätzlicher Schulraum geschaffen werden. Es sind dies das Florianstübli, die Galerie im Gemeindehaus, die Bibliothek am Sommerauweg 18 und das Kommissionszimmer im Gemeindehaus.
Vorwürfe an Gemeinderat
Zusätzlich soll ein Containerprovisorium – dies entspricht einem Klassenzimmer – auf dem Schulhausareal aufgestellt werden, das für zwei bis vier Jahre seinen Dienst tun würde und 22 500 Franken Miete im Jahr kostet. Auch werden Schul- und Gemeinderat schon die Abklärung und Planung der mittel- und langfristigen Schulraumgestaltung an die Hand nehmen.
In der folgenden Diskussion fuhren zwei Stimmberechtigte gleich scharfes Geschütz auf: Der Gemeinderat habe es verschlafen, auf die steigenden Schülerzahlen rechtzeitig zu reagieren und den Kindern sei ein Unterricht in einem Container nicht zuzumuten. Auch sei eine Liegenschaft im Jahr 2020 gerade neben dem bestehenden Schulhaus für teures Geld umgebaut worden, aber dann nur als Bibliothek, für die Logopädie und als Gruppenraum genutzt worden. Andere Stimmberechtigte nahmen den Gemeinderat in Schutz. So sei es nun einmal ausgesprochen schwierig, künftige Schülerzahlen in einer wachsenden Gemeinde präzise vorauszusagen, kommen doch Zuzüger mit oder ohne Kinder. Nach einigen weiteren Wortmeldungen pro und contra Containerprovisorium schritt die Gemeindepräsidentin zur Abstimmung, die 42 Ja-Stimmen und 5 Enthaltungen bei keiner Gegenstimme ergab.
Das provisorische Schulzimmer gerade vor der Turnhalle auf dem Schulplatz wie auch die Abklärung und Planung der längerfristigen Schulraumbedürfnisse werden realisiert.
