Fünflibervereine – aus dreissig mache sechs?
09.05.2023 DiepflingenVerband stellt an Delegiertenversammlung Konzept zur Regionalisierung vor
Die Baselbieter Fünflibervereine haben mit einem permanenten Mitgliederschwund zu kämpfen. Ihr Verband will diesen Trend mit der Gründung von Regionalvereinen stoppen. Er stellte den Delegierten einen ...
Verband stellt an Delegiertenversammlung Konzept zur Regionalisierung vor
Die Baselbieter Fünflibervereine haben mit einem permanenten Mitgliederschwund zu kämpfen. Ihr Verband will diesen Trend mit der Gründung von Regionalvereinen stoppen. Er stellte den Delegierten einen Konzeptentwurf vor.
Willi Wenger
Die 93. Delegiertenversammlung (DV) des Verbands Basellandschaftlicher Fünflibervereine, der im Verband 1929 als Verband Basellandschaftlicher Sparvereine gegründet wurde, hat in Diepflingen seinen Mitgliedsvereinen aufgezeigt, dass man vor grossen Herausforderungen stehe. Präsident Rudolf Bolliger aus Ziefen wies auf den Mitgliederschwund hin, der im vergangenen Jahr aufgrund von zahlreichen Vereinsauflösungen insgesamt 570 Personen betrug. Das bereite dem Verband «echte» Sorgen, zumal es nur noch 26 Fünflibervereine seien, die mit rund 2000 Mitgliedern noch eine Plansumme von 13,6 Millionen Franken verwalten.
Der Verbandsvorstand will nun Gegensteuer geben, um diese Negativspirale zu brechen. Es gelte, so Bolliger, mit aller Kraft standhaft zu bleiben und zu versuchen, die Tradition des Sparens in den Fünflibervereinen überleben zu lassen. «Verschwinden die Vereine, dann wohl für immer», kommentierte Bolliger.
Vizepräsident Alexander Oehler aus Bretzwil stellte deshalb ein Regionalisierungskonzept vor, das den Vereinen helfen soll. Jedenfalls haben die mehr als 50 anwesenden Delegierten das Ganze wohlwollend beurteilt und entschieden, dass die Verbandsleitung den präsentierten Entwurf weiterverfolgen möge. Oehler hielt ausdrücklich fest, dass noch nichts in Stein gemeisselt sei. Ziel sei es weiterhin, die Tradition des Sparens mit möglichst vielen Vereinen und Mitgliedern zu erhalten.
Regionalvereine – Ultima Ratio
Das im Gemeindehaus Diepflingen präsentierte Konzept sieht für das Oberbaselbiet als Ultima Ratio vor, sechs Regionalvereine zu bilden. Dies wären die Vereine Vorderes Ergolztal, Hinteres Ergolztal, Homburgertal, Diegtertal, Fünflibertal und Frenkental. Im Diegtertal würden voraussichtlich die Vereine Eptingen, Itingen, Diegten, Zunzgen und Tenniken zusammengeschlossen und im Fünflibertal jene aus Arboldswil, Bretzwil, Lauwil, Reigoldswil, Titterten und Ziefen.
All dies käme letztlich nur zum Tragen, wenn «alle Stricke» reissen würden, so Oehler. Allerdings: Schliesslich werde die Entwicklung wohl in diese Richtung gehen, denn gemäss Verbands-Vizepräsident Oehler ist der primäre Grund für das Verschwinden der Vereine die Tatsache, dass sich schlicht keine Vorstandsmitglieder, insbesondere Kassiere, finden lassen. Ebenfalls nicht aus den Augen verlieren dürfe man, so Oehler, dass in den vergangenen rund zwei Jahrzehnten der Vereinsbestand von 53 auf 26 zurückgegangen sei. Die Entwicklung der Mitgliederzahl sank von gut 10 000 auf noch rund 2000 Personen, und das Gesamtvermögen beträgt nach einem Rückgang von 37 Prozent noch gut 13 Millionen Franken.
An der Delegiertenversammlung, an der alle statutarischen Geschäfte einstimmig durchgewunken wurden, wurde bekräftigt, sich vor allem lokal zu engagieren und die digitalen Möglichkeiten zurückhaltend zu nutzen. Für die Organisation war der örtliche Fünfliberverein mit Präsident Markus Zaugg verantwortlich. Applaus erhielten auch die Kinder der Primarschule und des Kindegartens, die Lieder wie etwa das «Diepfliker-Lied» sangen. Die Stimmung war gut – zumindest für einen Abend waren die Sorgen über die ungewisse Zukunft der Sparvereine vergessen.
