«Wir erwarten eine ausverkaufte Halle»
28.04.2023 SportHandball | Erste Europameisterschaft für Leonard Grazioli?
Am Sonntag spielt Leonard Grazioli mit der Handball-Nati das letzte Spiel der EM-Quali. Bereits gestern nach Redaktionsschluss bestand die erste Qualifikationschance – die Nati könnte ...
Handball | Erste Europameisterschaft für Leonard Grazioli?
Am Sonntag spielt Leonard Grazioli mit der Handball-Nati das letzte Spiel der EM-Quali. Bereits gestern nach Redaktionsschluss bestand die erste Qualifikationschance – die Nati könnte Schützenhilfe erhalten haben. Trotz dieser Voraussetzung will Grazioli ein tolles letztes Spiel zeigen und in der Schweiz ein Zeichen setzen.
Luana Güntert
Herr Grazioli, schon vor dem letzten Spiel gegen Litauen sind Sie ziemlich sicher für die EM qualifi ziert. Nur noch eine Niederlage der und zwei Siege (der erste davon gestern nach Redaktionsschluss) für die Litauer könnten ein Verpassen der Endrunde bedeuten. Wie geht man mit dieser Voraussetzung in das Spiel?
Leonard Grazioli: Wir wollen einen klaren Sieg einfahren, da wir eine ausverkaufte Halle in Winterthur erwarten. Den Drive aus den vergangenen Spielen wollen wir mitnehmen, um in der Schweiz ein Zeichen zu setzen. Es soll für die Zuschauer ein tolles Spiel sein.
Worauf fokussieren Sie sich in den nächsten Trainings?
Da wir vor dem zweitletzten Spiel gegen Georgien nur wenig Zeit als Team hatten, probieren wir sicher nichts Neues aus. Wir wollen unser bisheriges Spiel festigen und uns auf die Litauer vorbereiten.
Gegen Litauen konnten Sie im Hinspiel mit nur einem Tor Vorsprung gewinnen. Mit welcher Taktik wollen Sie die Balten ein weiteres Mal schlagen?
Im Hinspiel haben wir eigentlich gut gespielt und führten mit einigen Toren Vorsprung. Wir liessen dann aber zu viel zu, sodass die Litauer uns noch nahe kommen konnten. Da das Spiel aber nicht schlecht war, werden wir unsere Taktik nicht ändern. Unser Ziel ist, so souverän wie am Mittwoch beim 26:19 gegen Georgien zu spielen und keine Durchhänger zu haben.
Welche Vorteile haben die Schweizer gegenüber den Litauern?
Unser Kader ist sehr breit und viele aus der Nati spielen in der Bundesliga. Zudem haben wir viele individuelle Qualitäten und eine Gruppe, die wirklich gut als Team funktioniert.
Sie kommen in der Nati zu regelmässigen Einsätzen, doch Nikola Portner steht öfters zwischen den Pfosten. Welche Rolle übernehmen Sie im Team?
Meine Aufgabe ist klar: Ich bin der zweite Goalie. Nikola, Goalietrainer Milos Cuckovic, den ich noch vom HSC Suhr Aarau kenne und der das Amt ad interim übernommen hat, und ich bilden ein tolles Goalie-Team. Ich bin auch da, um Nikola zu unterstützen. Wenn ich zu Einsatzminuten komme, will ich mich natürlich zeigen und beweisen und meinen Teil zum Erfolg beitragen.
Die Europameisterschaft findet 2024 in Deutschland statt – wo auch Sie mit Ihrem Verein spielen. Was würde Ihnen eine Qualifikation bedeuten?
Eine EM-Teilnahme würde mir und dem ganzen Team viel bedeuten. Ausser 2020 war die Schweiz schon lange an keiner EM mehr dabei. Für mich wäre es sogar das erste Mal. In Deutschland besteht ein riesiges Interesse an dieser Handball-EM, das macht das ganze Turnier gleich noch spezieller. Es wäre toll, wenn auch ich mich da präsentieren könnte.
Wie würden Sie eine allfällige Qualifikation feiern?
Das schauen wir noch (lacht). Aber ein grosses Fest wird es nicht geben. Nach dieser anstrengenden Woche sind wir dann auch alle froh, etwas Zeit mit der Familie geniessen zu können.
Sonntag, 30. April, 18 Uhr: Schweiz – Georgien, EM-Qualifikation, WIN4-Sportpark, Winterthur. Live auf SRF Info.
Tabellensituation
lug. Die Situation in der Tabelle (Stand Redaktionsschluss gestern) der Schweizer Qualifikationsgruppe sieht auf den ersten Blick klar aus: Ungarn führt mit vier von vier gewonnenen Spielen und acht Punkten auf dem Konto. Dahinter befindet sich die Schweiz mit sechs Punkten aus fünf Spielen und abgeschlagen mit je 2 Punkten auf den Rängen 3 und 4 Georgien mit 5 Spielen und Litauen mit 4 Spielen. Auch wenn die Tabelle deutlich ist, haben die Litauer noch eine Chance auf den zweiten Tabellenplatz und somit auf die EM-Qualifikation. Wenn die Litauer ihre beiden letzten Spiele (das erste davon gestern Abend) gewinnen sollten und die Schweiz ihr letztes verliert, bestünde je nach Torverhältnis die Möglichkeit, dass die Balten die Schweiz auf der Tabelle überholen. Doch auch das müsste nicht zwingend das Verpassen der EM bedeuten, denn die besten vier aller Drittplatzierten qualifizieren sich ebenso für das Turnier.

