Teamgeist im Pferdesport
27.09.2022 SportReiten | Concours auf dem Wintersinger «Breitfeld»
Der Reitverein Farnsburg hat am Wochenende Reiterinnen und Reiter sowie zahlreiches Publikum zum Concours in Wintersingen empfangen. Integriert war die Vereinsmeisterschaft des Verbands.
Céline ...
Reiten | Concours auf dem Wintersinger «Breitfeld»
Der Reitverein Farnsburg hat am Wochenende Reiterinnen und Reiter sowie zahlreiches Publikum zum Concours in Wintersingen empfangen. Integriert war die Vereinsmeisterschaft des Verbands.
Céline Humair
Der Concours auf dem «Breitfeld» in Wintersingen am Wochenende war eines der letzten Turniere der Saison. Der Reitverein Farnsburg baute rund um den von Strom und Wasser abgeschnittenen Reitplatz eine mit liebevollen Details versehene Infrastruktur auf, sodass es den Reiterinnen und Reitern sowie den zahlreichen Zuschauenden an nichts fehlte.
Neben der legendären Geschicklichkeitsprüfung «Apfelhauet», die dem Turnier den Namen gibt, ist inzwischen auch die Vereinsmeisterschaft des Pferdesportverbands Nordwest (PNW) ein gern gesehener Bestandteil des Concours. Dabei treffen sich verschiedene Reitvereine, die dem Pferdesportverband angeschlossen sind, zu einem freundlichen Wettkampf untereinander. Angefeuert werden sie dabei von zahlreichen Mitgliedern der Vereine, und auch viele Leute aus dem Oberbaselbiet zieht es Jahr für Jahr aufs «Breitfeld», um den Pferdesport zu bewundern und bei bester kulinarischer Versorgung im Festzelt den einen oder anderen Schwatz zu halten. Im liebevoll geschmückten Festzelt gibt es ausserdem die «5-Liber-Bar», von deren Stehtischchen aus man einen wunderbaren Blick auf den Turnierplatz hat – und die schon den einen oder anderen dazu bewogen hat, weit länger zu bleiben, als der Auftritt des letzten Pferdesportlers dauerte.
«Die Vereinsmeisterschaft ist deswegen so besonders, weil hier plötzlich der Teamgeist wichtig wird – und das in einem Sport, in dem man normalerweise alleine mit seinem Pferd unterwegs ist», erklärt Daniela Wüthrich, OK-Sekretärin des Turniers, die Faszination an dieser Prüfung. Alle Vereine, die zum Einzugsgebiet des PNW gehören, dürfen Equipen anmelden. Ein Team besteht aus drei Springreitern, die jeweils einen unterschiedlich hohen Parcours mit elf Hindernissen bewältigen, und einem Dressurreiter. Auch das ist etwas Spezielles im Reitsport: Normalerweise finden Turniere getrennt nach Disziplinen statt. Die Springreiter springen über Hindernisse von 90, 100 und 110 Zentimetern – Kategorien, die an Turnieren sonst immer zu unterschiedlichen Zeitpunkten getrennt durchgeführt werden.
Überall Regen – ausser hier
Entsprechend nervös waren einige Reiter vor dem Start. Schliesslich ist man sich nicht gewöhnt, dass die eigenen Fehler Auswirkungen auf jemand anderen haben. Viele behielten aber die Nerven und lieferten in der Runde über 90 Zentimeter Nullfehlerritte ab. Doch wie die späteren Zweit- und Drittklassierten zeigten, ist das nicht die Voraussetzung für ein gutes, späteres Ergebnis. Die beiden Equipen des in Reigoldswil ansässigen Reitvereins Wasserfallen hatten nämlich über 90 cm einen Fehler. Wenn aber die folgenden Sportler das Nullfehlerergebnis liefern können und die Dressurreiter auch noch ein schönes Programm reiten, kann das trotzdem für eine Top-Platzierung reichen. Oder wie Daniela Wüthrich, die überall auf dem Concoursplatz anzutreffen war, so schön sagte: «An der Vereinsmeisterschaft kann einfach alles passieren.»
Nichts passierte dem neuen Vereinsmeister, dem Kavallerieverein Baselland. Alle drei Springreiter lieferten souverän ihre Nullfehlerritte ab und sie waren somit vor der Dressur allen anderen Vereinen schon weit voraus. Die Dressurreiterin konnte dieses Ergebnis halten und so wurden sie am frühen Abend zum neuen Meister gekürt. Knapp das Podest verpasst hat der Heimatverein, der Reitverein Farnsburg.
Nach diesem aufregenden Samstag ging es am Sonntag nicht weniger aufregend weiter. Nach den Kategorien über 100 und 110 Zentimeter startete der legendäre «Apfelhauet», wobei die Teilnehmer zum Beispiel im Galopp drei hängende Äpfel mit einem Schwert durchtrennen müssen. Am geschicktesten dabei zeigte sich Céline Dietrich mit ihrem Pferd Béline de la Taraude und nahm den Sieg mit nach Hause. Neben all den vielen Helfern, die den Anlass ermöglichten, war Daniela Wüthrich in ihrem Resümee nach einem gelungenen Turnierwochenende auch für die guten äusseren Umstände dankbar: «Sogar der Wettergott war uns gnädiger gestimmt, als ursprünglich gedacht. Nach ein paar Regentropfen am Samstag hat es am Sonntag wohl in der ganzen Schweiz geregnet – ausser in Wintersingen.»

