Ein Aargauer Schloss auf dem Thron in Pratteln
13.05.2022 Sport, Weitere SportartenSchwingen | Feldschlösschen amtet zum sechsten Mal als Königspartner des Esaf
Ohne Sponsoren könnte ein Grossanlass wie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest niemals stattfinden. Einer der wichtigsten Sponsoren in Pratteln wird die Brauerei Feldschlösschen sein, ...
Schwingen | Feldschlösschen amtet zum sechsten Mal als Königspartner des Esaf
Ohne Sponsoren könnte ein Grossanlass wie das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest niemals stattfinden. Einer der wichtigsten Sponsoren in Pratteln wird die Brauerei Feldschlösschen sein, welche die trockenen Kehlen der Fans durch eine logistische Meisterleistung mit mehr als nur Gerstensaft versorgen wird.
Luana Güntert
«Wie kann auf einem Schwingplatz Schloss-Atmosphäre aufkommen?» Die Antwort auf diese Frage kennt Feldschlösschen seit 2007. Am Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest (Esaf) in Aarau nahm die Rheinfelder Brauerei zum ersten Mal Platz auf dem Thron und agiert seither als Königspartnerin des Esaf. Durch diese Partnerschaft erhielt Feldschlösschen aber nicht nur das Ausschankrecht für ihr bekanntestes Produkt: Neben Bier liefert Feldschlösschen auch alle anderen Kaltgetränke, von Softdrinks und Spirituosen über Mineralwasser bis hin zum Wein. Abgesehen von Milch und dem Festwein werden an jedem Stand und in jedem Festzelt Getränke ausgeschenkt, die von Feldschlösschen geliefert werden.
Ein grosser Teil der Ausstattung für die Feststände wird ebenso von Feldschlösschen zur Verfügung gestellt. «Wir liefern 450 Paletten Mietmaterial wie Durchlaufkühler, Sonnenschirme, Tische, Kühlschränke und noch vieles mehr», sagt Esin Celiksüngü, Kommunikationsmanagerin und Mitglied des Esaf-Projektteams bei Feldschlösschen.
Unvorstellbare Mengen
Am Esaf werden voraussichtlich über 200 000 Liter Bier verkauft; zusätzlich werden Wein, Softdrinks, Cocktails und Mineralwasser für knapp eine halbe Million Besuchende über drei Tage hinweg bereitgestellt – dieses Volumen kann man sich nur schlecht vorstellen. Für diese logistische Meisterleistung hat sich Feldschlösschen vorbereitet, wobei die Firma nur teilweise von der kurzen Distanz zwischen Rheinfelden und Pratteln profitieren kann. «Die logistischen Gegebenheiten sind herausfordernd und für kurzfristige Lieferungen aufs Festgelände ist Rheinfelden zu weit weg», sagt Celiksüngü. Deshalb wurde eine Lagerfläche im ehemaligen Coop-Verteillager in Frenkendorf als Zwischenlager angemietet.
In der Nacht zwischen den Schwingtagen werden die Kühlwagen und Biertanks aufgefüllt. Dann können die Mitarbeitenden mit Lastwagen aufs Festgelände fahren, was am Tag undenkbar wäre. Der Slot für die Nachtlieferungen beträgt etwa drei Stunden. Deshalb ist das Verkaufsteam von Feldschlösschen schon jetzt dabei, mit den verschiedenen Gastrounternehmen einen Mengenplan auszuarbeiten.
In Zug durfte Celiksüngü eine Nachtlieferung begleiten, was sie sehr beeindruckt hat. «Unsere Eventlogistiker sind die richtigen ‹Chrampfer› vor Ort», sagt sie. Beim Esaf in Zug vor drei Jahren lag das Zwischenlager im luzernischen Perlen. In der Nacht musste zusätzlich zur Lieferung alles kommissioniert, beladen und gesichert werden. Damals wurden pro Nacht 17 Lkws mit Material beladen.
Die Nachlieferung des Bieres stellt aus einem erstaunlichen Grund eine weitere Herausforderung dar: Anders als Fans anderer Sportarten konsumieren Schwingfans ihr Bier zu 80 Prozent aus der Glasflasche. Der Gerstensaft in der Glasflasche ist zwar nachhaltig und ökologisch, braucht aber viel mehr Platz als Offenbier; auch das zusätzliche Gewicht darf nicht unterschätzt werden. Somit braucht es im Vergleich zu anderen Gross-Sportanlässen und Festivals noch mehr Kühlelemente und Lagerfläche.
Spontane Lieferungen während des Festbetriebs sind schwierig, aber möglich: «Wir haben noch ein kleines Abhollager mit einem kleineren Sortiment, das sich neben dem Festgelände befindet», sagt Celiksüngü. Dieses Lager ist zu gewissen Zeiten offen, damit Standbetreiber Nachschub holen können.
Übernachtung im eigenen «Bett»
Von der regionalen Austragung profitieren die vierbeinigen Schlossbewohner, die «Feldschlösschen Bigger»: Die Belgischen Kaltblüter werden in Pratteln vor Ort sein und dürfen nach dem Feierband jeweils zurück nach Hause, ehe sie am nächsten Tag wieder zum Festgelände gefahren werden. Die Pferde sind zwar an grosse Menschenmassen gewohnt, werden aber die vertraute Umgebung in der Nacht geniessen.
«An anderen Esafs wird für sie ein mobiler Stall aufgebaut», so Celiksüngü. Am Fest selber werden die Brauereipferde Feldschlösschen an ihrem Sechsspänner repräsentieren. Das 16 Meter lange Gefährt mit den sechs über 900 Kilogramm schweren Tieren wird definitiv auffallen. Am Festumzug am Freitag werden die Pferde mit den Fuhrmännern mitlaufen. Vor dem Umzug wird das Bierfass auf dem Fuhrwagen vom OK-Präsidenten des Esaf, Thomas Weber, angestochen.
Überraschungs-Bar in Pratteln
Mit der Planung für das Esaf hat Feldschlösschen früh begonnen, getreu nach dem Motto: «Nach dem Esaf ist vor dem Esaf.» Etwa 100 Mitarbeitende sorgen vor, während und nach dem Fest für einen reibungslosen Ablauf. Auf dem Festgelände werden rund 60 Mitarbeitende im Einsatz sein. Die ganzen Lieferungen ans Esaf plant Feldschlösschen klimaneutral. Durch die kurze Distanz ist es gut möglich, dass ein Teil der Lieferungen per Elektro-Lkw durchgeführt wird.
Der finanzielle Erfolg vor Ort ist stark abhängig vom Wetter. «Ideal wären 25 bis 28 Grad und kein Regen», meint Celiksüngü. Neben der Belieferung der Stände ist Feldschlösschen auf dem Festgelände auch selbst präsent. Für dieses Jahr ist etwas ganz Besonderes geplant: Während die Brauerei an den vergangenen Esafs eine Schwing- und Älplerhütte bewirtschaftete, ist dieses Jahr ein anderes Konzept in Planung. Die genauen Details darf Celiksüngü aber noch nicht verraten. «Das neue Konzept lehnt sich von der Erscheinung her an unser einmaliges Bierschloss in Rheinfelden an und bietet genügend Platz zum Verweilen.»
Tradition und Moderne
Ob und wie das Sponsoringengagement gefruchtet hat, ist für Feldschlösschen schwierig zum Beurteilen. Auch wenn Feldschlösschen den Fokus auf die Sponsoring-Aktivierung vor Ort legt, kommen die Zuschauer am Fernseher mit Feldschlösschen in Kontakt, da vor den einzelnen Gängen virtuell Werbung eingeblendet wird.
Ein Schwinger könnte ein idealer Werbebotschafter für Feldschlösschen sein: «Einen konkreten Namen nennen könnte ich aber nicht», sagt Celiksüngü und lacht. «Vom Typ her sollte es eine authentische, gesellige Person sein, der man abkauft, dass sie Bier gerne hat.» Ausserdem sollte der Markenbotschafter junge und alte Personen ansprechen. Genau diesen Spagat, den Einbezug aller Generationen und die Verknüpfung von Tradition mit Moderne, will Feldschlösschen repräsentieren. «Am meisten freue ich mich auf die ausgelassene Stimmung auf dem Festgelände und den Moment, wenn unsere Pferde am Sechsspänner in die Arena laufen. Da kriege ich immer Gänsehaut», sagt Celiksüngü.





