«Das eine oder andere Quäntchen mehr»
03.03.2022 Bennwil, Sport, Eishockey
Lukas Müller
Herr Lanz, wie haben Sie die Szene des 3:0 und den gesamten dritten Play-off-Match gegen Lyss erlebt?
Jérôme Lanz: Es war ein hervorragender Match vom ganzen Team. Wir konnten gleich mit 5:0 gewinnen. Für mich persönlich ...
Lukas Müller
Herr Lanz, wie haben Sie die Szene des 3:0 und den gesamten dritten Play-off-Match gegen Lyss erlebt?
Jérôme Lanz: Es war ein hervorragender Match vom ganzen Team. Wir konnten gleich mit 5:0 gewinnen. Für mich persönlich war es natürlich cool, dass ich mit meinem Assist etwas Entscheidendes zum guten Gesamtergebnis beitragen konnte. Trotzdem ist das Wichtigste für mich, dass wir als Team gewinnen können.
In welcher Linie werden Sie beim EHC Basel eingesetzt?
Das ist unterschiedlich. Im Moment bin ich als 13. Mann am Rotieren. Das heisst, ich absolviere meine Einsätze mit wechselnden Nebenleuten. Gegen den SC Lyss stand ich jeweils mit Martin Alihodzic und Tommaso Terzago oder Eric Himelfarb auf dem Eis.
Sie haben ja zu Beginn dieser Saison einen Schritt zurück gemacht, als Sie vom Swiss-Ligisten HC Thurgau zurück nach Basel wechselten. Hat sich dieser Schritt für Sie gelohnt?
Ich denke schon, dass sich das gelohnt hat. Für mich war es auch kein richtiger Schritt zurück. Denn bei Basel bekam ich eine wichtigere Rolle zugeteilt als vorher bei Thurgau. Dennoch will ich die Erfahrung der Swiss League nicht missen, denn da läuft manches doch etwas anders als in der «MySports»-League.
Wo liegen denn die wichtigsten Unterschiede zwischen den beiden Ligen?
Die Unterschiede liegen vor allem im taktischen Bereich. Der EHC Basel hat bereits jetzt ein gutes Spielsystem – das Team ist auch bestrebt, den Matchplan durchzuziehen. Was ähnlich ist bei beiden Ligen, ist die Wichtigkeit des Powerplays und des Boxplays, also dem Spielen in Über- und Unterzahl. Die Special Teams entscheiden also in beiden Ligen die Spiele. Somit sind es die Powerplayund Boxplay-Formationen, die den Unterschied in einem Spiel ausmachen. In der Swiss League wird ab und zu mehr Härte eingebracht, damit muss man umgehen können. Ich war in den Begegnungen mit dem SC Lyss recht überrascht, wie einfach wir zu den Toren kommen konnten. Ich hoffe, dass das richtige Play-off-Feeling in der Halbfinal-Serie und hoffentlich auch in der Final-Serie dann schon noch kommt.
Wo sehen Sie in Ihrem Team noch Verbesserungspotenzial?
Das ist schwierig zu sagen. Für die Swiss League braucht es da und dort noch ein Quäntchen mehr. Wir arbeiten im Training an gewissen kleinen Dingen. Bei den Turnovers, also bei den Scheibenverlusten im Mitteldrittel, müssen wir reaktionsschneller werden.
Im ersten Play-off-Match gegen den SC Lyss durften Sie vor einer Rekordkulisse von 3248 Zuschauern einlaufen – wie haben Sie das erlebt?
Im abgedunkelten Stadion herrschte Gänsehautstimmung. Die Fans trieben uns bereits vor Matchbeginn lautstark an, in der Kurve wurde getrommelt. Das ist einfach herrlich, wenn man in so einer Atmosphäre Eishockey spielen kann. Es war ein megacooles Gefühl für jeden von uns. Und es kommt nicht oft vor, dass in der «MySports»-League derartige Zuschauerzahlen registriert werden.
Sie sind jetzt wieder zurück im Oberbaselbiet. Ihre Eltern leben in Sissach. Wo wohnen Sie?
Aufgewachsen bin ich ja in «Bämbel». Heute wohne ich mit drei Kollegen, die ich von früher kenne, in Zunzgen in einer Wohngemeinschaft. Meine Kollegen waren schon ein paar Mal in der St.-Jakob-Arena. Meine Eltern und mein Bruder Cédric, der ebenfalls Eishockey gespielt hat, sind an meinen Spielen immer dabei.
Haben Sie im Oberbaselbiet schnell wieder einen Job gefunden?
Das ging sehr rasch. Ich arbeite nun 80 Prozent bei der Basellandschaftlichen Kantonalbank in Oberdorf.
Falls es mit dem Aufstieg klappen sollte: Was erwarten Sie von der dann folgenden ersten Saison mit dem EHC Basel in der Swiss League?
Mein und unser Ziel ist es, dass sich der EHC Basel in der Swiss League etablieren kann. Der Erfolg hängt davon ab, ob wir uns als einheitliches Team präsentieren können.
Nächstes Spiel:
Freitag, 4. März, 20.15 Uhr,
EHC Basel – HCV Martigny,
Play-off-Halbfinal,
St.-Jakob-Arena.
Zur Person
lm. Jérôme Lanz wurde 1998 geboren. Seine ersten Sporen als Eishockeyspieler verdiente er sich im Nachwuchs von Basel und anderen Teams ab. Später spielte er beim EHC Basel, aber auch beim EHC Olten, beim EVZ Academy und beim HC Thurgau. Jetzt will der Linksschütze im kommenden Herbst und Winter in der Swiss League, der zweithöchsten Eishockey-Spielklasse in der Schweiz, Fuss fassen und dabei offensiv Akzente setzen.

