Das Werk basiert auf Frustration
23.09.2021 GelterkindenCaroline Graf ist für ihre Maturarbeit ausgezeichnet worden
Caroline Graf ist im Rahmen des «Young Talent Days» an der Universität Basel für ihre Maturarbeit ausgezeichnet worden. In dieser verglich sie die Klimakrise mit der Corona-Pandemie. Die 19-Jährige ...
Caroline Graf ist für ihre Maturarbeit ausgezeichnet worden
Caroline Graf ist im Rahmen des «Young Talent Days» an der Universität Basel für ihre Maturarbeit ausgezeichnet worden. In dieser verglich sie die Klimakrise mit der Corona-Pandemie. Die 19-Jährige setzt sich in ihrem Alltag viel mit Nachhaltigkeit auseinander und brennt für Tierrechtsaktivismus.
Lara Uebelhart
Vergangenen Samstag hat Caroline Graf aus Gelterkinden mit ihrer Maturarbeit einen dritten Platz und eine schöne Geldsumme von 500 Franken beim jährlichen Wettbewerb des Ökozentrums abgeräumt. Die Preise gehen an eingesendete Maturarbeiten, die sich unter dem Motto «Zukunft schreiben» mit dem Thema Nachhaltigkeit auseinandersetzen. Die Matur hat die 19-Jährige nun schon in der Tasche. Zurzeit befindet sich Caroline Graf gerade in einem sogenannten Zwischenjahr, bevor es nächsten Herbst dann mit dem Studium losgehen soll. Ihr Alltag bestehe momentan vor allem aus ihrer Arbeit im «Ochsner Sport», der sie bis März 2022 nachgehen wird. Danach komme wieder etwas Neues, möglicherweise ein Einsatz bei Sea Shepherd, einer gemeinnützigen Organisation, die sich für den Schutz der marinen Tierwelt einsetzt.
Im Herbst will Caroline Graf dann wahrscheinlich ein Psychologiestudium beginnen. Psychologie fasziniert die 19-Jährige sehr und dieses Interesse wurde durch ihre Maturarbeit bestätigt, in der sie sich viel mit psychologischen Aspekten von Krisen auseinandergesetzt hat. Trotzdem brennt Graf eigentlich am meisten für Tierrechtsaktivismus. Wegen ihrer Liebe zu Tieren lebe sie vegan und setze sich vor allem auf Social Media und in ihrem Umfeld für das Wohl von Tieren ein. Da es in diesem Bereich allerdings keine Ausbildung gebe, würde sie im Nebenfach noch Jura studieren, um dann eventuell in der Rechtsarbeit einer Tierrechtsorganisation tätig zu sein.
Ihr grosses Herz für Tiere kann Graf auch mit ihren etwas ungewöhnlichen Haustieren ausleben, um die sie sich täglich mit Hingabe kümmert. Seit 2015 sind nämlich zwei Geissen Teil der Familie Graf. Der Grund dafür ist simpel und trotzdem unerwartet: Sie stellen eine günstige Alternative zum Rasenmähen dar. Jedenfalls dachte sich die Familie das. Caroline Graf weiss jetzt: «Wir hätten uns wohl eher Schafe zutun sollen, denn Geissen sind etwas wählerisch und essen viel lieber Sträucher als Gras. Es funktioniert also ‹semi-gut›.» Die zwei kleinen Tiere seien ihr mittlerweile sehr ans Herz gewachsen. Regelmässig gehe sie mit ihnen in Gelterkinden spazieren. Die beiden seien auch der Grund, wieso es ihr schwerfallen würde, aufgrund eines Jobs oder des Studiums wegzugehen. «Ich würde sie vermissen. Und sie mich sicher auch», so Graf.
Corona-Pandemie vs. Klimakrise
Caroline Grafs Wille, sich für eine nachhaltigere Zukunft einzusetzen und die Frustration darüber, dass sich trotz der bedrohlichen Klimakrise wenig ändert, hätten sie zu ihrer Maturarbeit motiviert. Zu Beginn ihres Arbeitsprozesses habe sie festgestellt, dass sich durch die Pandemie viel verändere und eine grosse Solidarität in der Gesellschaft herrsche. Da drängte sich die Frage auf: Wieso fehlt genau das bei der Klimakrise, obwohl diese auch eine belastende Krise für unsere Zukunft ist?
Mit einer theoretischen Basis sowie einer Umfrage, an der mehr als 500 Menschen teilnahmen, gelang es Graf, eigene Schlussfolgerungen zu ziehen. Der unterschiedliche Umgang mit beiden Krisen sei hauptsächlich den mehr oder eben auch weniger vorhandenen Rahmenbedingungen geschuldet. «Wenn Rahmenbedingungen da sind, die Individuen einen konkreten Beitrag zur Bewältigung der Krise leisten lassen, ist die Krise weniger belastend. Man hat nicht das Gefühl, von der Krise übermannt zu werden, und sie kann schneller überwunden werden», so Caroline Graf. Mit verschiedenen Strategien, von finanziellen und nicht finanziellen Anreizen über Kommunikation bis hin zu Verboten könnten solche Rahmenbedingungen auch bei der Klimakrise zu einer besseren Bewältigung führen. Aus der Corona-Pandemie könnten also Learnings für weitere Krisen gezogen werden.
Für Caroline Graf sei das Durchlesen der Umfrageergebnisse einer der besten Momente im Arbeitsprozess gewesen. «Die Antworten der Menschen haben mir Hoffnung gemacht. Es war schön zu sehen, dass die Umwelt anderen auch am Herzen liegt und dass sie gewillt sind, etwas gegen die Klimakrise zu tun.»

