Installation auf dem Münsterplatz
sda. Wie ein riesiger durchlässiger Weidenkorb sieht das Gebilde aus, das auf den Basler Münsterplatz gestellt wurde. Mittendrin ragt ein rund acht Meter hoher Baum in die Höhe, den man von Sitzstufen aus im Innern der ...
Installation auf dem Münsterplatz
sda. Wie ein riesiger durchlässiger Weidenkorb sieht das Gebilde aus, das auf den Basler Münsterplatz gestellt wurde. Mittendrin ragt ein rund acht Meter hoher Baum in die Höhe, den man von Sitzstufen aus im Innern der Arena in aller Ruhe betrachten kann. Der Name der am Dienstag eröffneten Installation «Arena für einen Baum» ist somit Programm.
Die Idee stammt vom Basler Kunstimpresario Klaus Littmann, der sich weit über die Grenzen seiner Heimatstadt als Organisator für Kunstinterventionen im öffentlichen Raum einen Namen gemacht hat. Zuletzt hatte er mit dem spektakulären Projekt «For Forest – die ungebrochene Anziehungskraft der Natur» für grosse Aufmerksamkeit gesorgt. Littmann hatte 2019 ein Fussballstadion im österreichischen Klagenfurt in eine Arena für einen Wald mit 299 Bäumen verwandelt.
Inschutznahme eines Baums
Bei der Intervention in Basel, die von der Kulturstiftung Basel KBH.G getragen wird, ist ein Baum quasi als zur Kunst erklärtes Naturobjekt übrig geblieben. Das ändert laut Littmann den inhaltlichen Hintergrund der Intervention. Sei die Aktion in Klagenfurt noch von der düsteren Vision getragen gewesen, dass sich die Natur dereinst vielleicht nur noch in einem Reservat betrachten lasse, handle es sich in Basel quasi um die Inschutznahme eines Baums.
Der Baum selber – es handelt sich um einen kaukasischen Eisenholzbaum – könne im urbanen Raum ein Baum der Zukunft sein, sagte der an der Intervention beteiligte Landschaftsarchitekt Enzo Enea. Anders als viele traditionelle heimische Arten halte der Eisenholzbaum der besonders in den Städten spürbaren Klimaerwärmung gut stand. Der Baum wird entsprechend nach beendeter Laufzeit der Intervention als Geschenk in Basel verbleiben und in einem Park eine definitive Bleibe finden.
Die jeweils von 11 bis 20 Uhr begehbare «Arena für einen Baum» ist massgeblicher Teil einer Ausstellung, welche die Kulturstiftung Basel KBH.G am 11. Mai in ihrem Stammhaus an der Basler Spitalstrasse eröffnen wird. Dort soll dann laut Vorankündigung mit rund 75 Werken von 45 Künstlerinnen und Künstlern aus dem 19. Jahrhundert bis in die Gegenwart die «Vielfalt der künstlerischen Auseinandersetzung mit der Natur» präsentiert werden.
Die mächtige und sehenswerte Holzarena auf dem Münsterplatz wurde vom Holzbauunternehmen Häring gefertigt. Nach Basel soll die Installation – jeweils mit einem anderen Baum – in weiteren europäischen Städten gezeigt werden.