Erbarmt euch!
Zum Artikel «Baselbieter Held fällt in Ungnade» und zur Meinung «Hetzjagd auf Johann August Sutter» in der «Volksstimme» vom 12. Juni, Seite 3, und vom 18. Juni, Seite 6
Die Geschichte wiederholt sich: Es hat wohl ...
Erbarmt euch!
Zum Artikel «Baselbieter Held fällt in Ungnade» und zur Meinung «Hetzjagd auf Johann August Sutter» in der «Volksstimme» vom 12. Juni, Seite 3, und vom 18. Juni, Seite 6
Die Geschichte wiederholt sich: Es hat wohl seit Menschengedenken immer wieder Persönlichkeiten gegeben, die von vielen Zeitgenossen als «Helden» gefeiert und verehrt, von anderen hingegen gehasst oder gemieden wurden. Dazu kommt, dass sich die Meinungen der Menschen ändern, sodass sie sich eine Persönlichkeit zum Vorbild nehmen, um sie dann plötzlich auf den Mond zu schiessen. Geradezu skurril ist diese «Hetzjagd auf Johann August Sutter», wenn man bedenkt, wie lange er bereits nicht mehr unter den Lebenden weilt.
Wer aber hat denn nun überhaupt das Recht zu beurteilen, welches die guten und welches die bösen Menschen sind (oder waren)? Und vor allem: Wer mag es schon gern, wenn die Schattenseiten eines verehrten «Helden» vor aller Welt ausgebreitet werden?
Wer wissen möchte, wer vor Gott bestehen kann, der lese in der Guten Nachricht im Neuen Testament im Brief des Paulus an die Römer Kapitel 3,9–20. Geht es da nicht so deutlich zur Sache, dass jedem, der es liest, das Herz stehen bleiben müsste? Dass wir alle im selben Boot sitzen, ist dabei wohl niemandem ein Trost.
Wie aber finden wir hinaus aus diesem Dilemma? Auch darüber lässt uns die Bibel nicht im Unklaren. Wer es wissen möchte, der lese weiter im oben erwähnten Text. Wer es dann nicht beim Staunen belässt, sondern danach zu handeln trachtet, der wird erkennen, dass er sich nicht um die Verfehlungen der anderen kümmern muss. Vielmehr erbarmt er sich der Menschen in seinem Umfeld, weil er selber Gottes Erbarmen erfährt.
Fritz Häuselmann, Rothenfluh