Zwei, die mit allen Wassern gewaschen sind
29.11.2019 NusshofGemeindeverantwortliche orientieren sich über Infrastruktur von Leitungsnetzen
Andreas Abt, Leiter des Tiefbauamts in Sissach, und Niklaus Lang, Gemeinderat in Nusshof, wollten es wissen: In Vaduz liessen sie sich an einer Fachtagung über die Situation der Wasserversorgungen in ...
Gemeindeverantwortliche orientieren sich über Infrastruktur von Leitungsnetzen
Andreas Abt, Leiter des Tiefbauamts in Sissach, und Niklaus Lang, Gemeinderat in Nusshof, wollten es wissen: In Vaduz liessen sie sich an einer Fachtagung über die Situation der Wasserversorgungen in der Schweiz und anderswo informieren.
Peter C. Müller
Wien, St. Moritz und Schiers im Prättigau: Dies waren nur drei der Schauplätze der Fachtagung «Infrastruktur Leitungsnetz» im liechtensteinischen Vaduz. Viele Wasserversorgungen von Städten, aber auch von kleinen und mittelgrossen Gemeinden, so war man sich an der Tagung einig, sind in die Jahre gekommen, müssen teilweise ersetzt oder komplett erneuert werden. Doch wann ist für die Infrastruktur, aber auch für die Politik oder den Geldbeutel der richtige Moment der Erneuerung? Welches sind von der Technik her die wesentlichsten Herausforderungen beim Leitungsbau? Und welches Material, von Guss über Kunststoff bis hin zu Stahl, soll man für die neuen Leitungen verwenden?
Über diese und andere Fragen liessen sich gleich zwei «Wasserverantwortliche» der Region Sissach rund 200 Kilometer von zu Hause entfernt orientieren. «Wir dachten, es sei eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich auf den neuesten Stand der Technik zu bringen», erklärt Andreas Abt, Leiter des kommunalen Tiefbauamts Sissach. Und Niklaus Lang, Gemeinderat in Nusshof und Präsident der Wasserversorgungs-Genossenschaft Sissach und Umgebung (WSU), die neben dem Hauptort auch noch Höfe in Hersberg, Nusshof oder Wintersingen mit Wasser versorgt, ergänzt: «Wir waren noch selten an einer Veranstaltung, die innert kürzester Zeit so viel Wissenswertes über Massnahmen und Entscheide bei einer Wasserversorgung vermittelt hat – und dies nicht nur aus technischer Sicht, sondern auch aus politisch-strategischer. Wir können viele neue Erkenntnisse mit nach Sissach nehmen, da sind wir uns einig.»
Obwohl die Wasserversorgung der Region Sissach, zu der neben der WSU auch noch der Zweckverband Wasserversorgung Wühre gehört, über «einen guten Standard» verfüge, sei es notwendig, die Infrastruktur immer wieder mal zu überprüfen und, wo nötig, in sie zu investieren.
Wasser als Herzensangelegenheit
«In Zeiten des Klimawandels», so meint Andreas Abt, «ist es für die Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft oft matchentscheidend, eine gewisse planerische Weitsicht zu haben und auch an spätere Generationen zu denken.» Szenarien wie der Spitzen-Wasserverbrauch der Gemeinde im Sommer, die Möglichkeiten für einen effizienten Einsatz des Wassers in der Landwirtschaft oder der Ausbau von Kläranlagen seien Themen, die man auch im Baselbiet diskutieren müsse, erklärt Niklaus Lang, der Maschinenbau studiert hat.
Beide sind sich sicher: «Für uns ist das Thema Wasser nicht nur ein rein politisches Traktandum, das es ab und zu mal auf Gemeindeebene zu behandeln gilt, sondern eine Herzensangelegenheit, bei der wir manchmal Entscheide von grosser Tragweite treffen müssen.»

