AUSGEFRAGT | THEO SCHWEIZER, OK-CHEF FOTZELPARTY, ITINGEN
16.11.2018 Fasnacht«Die meisten lernen ihr Instrument erst in der Gugge»
An der Fotzelparty in Itingen sorgen morgen acht Guggen aus der Region für Fasnachtsstimmung – darunter auch die «Fotzelcheibe». Für OK-Chef Theo Schweizer hat die Arbeit schon vor ...
«Die meisten lernen ihr Instrument erst in der Gugge»
An der Fotzelparty in Itingen sorgen morgen acht Guggen aus der Region für Fasnachtsstimmung – darunter auch die «Fotzelcheibe». Für OK-Chef Theo Schweizer hat die Arbeit schon vor Monaten begonnen, denn für ihn ist nach dem Fest auch vor dem Fest.
Anna Uebelhart
Mit Herzblut stellen die «Fotzelcheibe» die bereits 17. Fotzelparty in der Mehrzweckhalle Itingen auf die Beine. Für Musik sorgt morgen nicht nur DJ-Maddin, sondern auch die «Lupo-Rueche Lupsingen», die «Milchgugge Liestal», die «Schlappschwänz Frenkendorf» und andere Guggen. Nicht nur die Musiker, auch die Gäste haben eines gemeinsam: Sie lieben Fasnacht. Wieso manche sogar bereit sind, mehrere Tausend Franken jährlich darin zu investieren, erklärt OK-Präsident Theo Schweizer.
«Volksstimme»: Herr Schweizer, die Fasnacht ist zeitlich noch so weit entfernt. Wieso veranstalten Sie eine Party mit Guggenmusik?
Theo Schweizer: Ursprünglich wurde an der Fotzelparty ausschliesslich DJ-Musik gespielt. Da wir als Gugge diesen Anlass ermöglichen und der offizielle Fasnachtsbeginn bereits am 11. November stattfindet, kam vor vier Jahren im Verein die Idee auf, auch Guggenmusik ins Programm zu integrieren. Seitdem haben wir das Konzept angepasst, und an der Fotzelparty treten diverse Guggen auf.
Wie wird das musikalische Programm für die Party in Itingen zusammengestellt?
Bereits nach dem Fest im Jahr vorher sitzen wir zusammen, um zu besprechen, wo wir Verbesserungsbedarf sehen und was geändert werden muss. Da lasse ich bereits zum ersten Mal durchblicken, welche Guggen angefragt werden sollen. Ab Februar beginne ich dann damit, die ersten Guggen anzufragen. Das Programm, das sie spielen möchten, entscheiden die Guggen selbst. Die «Fotzelcheibe» spielen in der Regel Stücke, die im vergangenen Jahr an der Fasnacht gespielt wurden.
Was macht Guggenmusik zur attraktiven Party-Musik?
Das kommt ganz auf die einzelnen Personen an. Ich bin jemand, der gerne Guggenmusik hört und macht. Dafür setze ich mich auch gerne ein. Andere kommen, weil sie sich freuen, schon im November wieder das Fasnachts-Feeling zu erleben.
Wie viele Mitglieder eurer Gugge haben ihr Instrument tatsächlich erlernt?
Das sind nicht viele. Die meisten, auch ich, lernen ihr Instrument erst in der Gugge. Wir bieten vorbereitende Proben für alle Neulinge an, die ihr Instrument vorher noch nie gespielt haben. So werden Anfänger unterstützt, damit sie an der ersten richtigen Probe nicht völlig planlos sind.
Warum gibt es kein Motto?
Früher hatten wir jeweils ein Sujet für das Fest, mit Deko und allem Drum und Dran, aber mit den Auflagen betreffend Brandschutz und so weiter hat sich die Umsetzung zunehmend schwierig gestaltet. Deswegen haben wir uns dieses Jahr dazu entschieden, die Party-Mottos abzuschaffen. Auch der Flyer wird in Zukunft ähnlich bleiben, damit das Fest für die Leute erkennbar ist.
Mit wie vielen Personen rechnet das Organisationskomitee an der Fotzelparty morgen? Wie erfahren diese von der Party?
Wir haben ein Kontingent von 800 Gästen, das wir nicht überschreiten dürfen. Bisher konnten wir uns immer daran halten. Werbung machen wir über Facebook und Instagram. Ausserdem verteilen wir Flyer und hängen Plakate auf. Auch ein grosser Teil unserer Werbung ist Mund-zu-Mund-Propaganda.
Immer mehr junge Menschen gehen lieber in die Stadt in den Ausgang, während Turnhallen-Partys an Popularität verloren haben. Zeigt sich das auch in Ihren Besucherzahlen?
Die Besucherzahlen haben sich in den vergangenen Jahren kaum verändert. Der Umsatz jedoch ist zurückgegangen. Die Gründe dafür kennen wir nicht.
Wie viel Geld geben Sie im Jahr für die Fasnacht aus?
Das ist schwierig zu sagen, doch der Betrag müsste zwischen 2000 und 3000 Franken liegen. Dazu gehören der Mitgliederbeitrag der Gugge, das Kostüm, Essen und Trinken an diversen Veranstaltungen und dieses Jahr auch noch die Jubiläumsreise der «Fotzelcheibe».
Sie haben Erfahrung im Organisieren und sind gut vorbereitet. Was wäre für Sie als Präsident das Schlimmste, was dennoch passieren könnte?
Wenn jemand verletzt werden würde. Bisher gab es aber keine solchen Vorfälle. Wir arbeiten schon seit Jahren mit «Security 24» zusammen und sind mittlerweile ein eingespieltes Team.
Zur Person
aue. Der 31-jährige Theo Schweizer, ist seit vier Jahren im Organisationskomitee für die jährlich stattfindende Fotzelparty in der Mehrzweckhalle in Itingen. Dieses Jahr besetzt er bereits zum dritten Mal die Stelle des OK-Chefs. Er ist aktives Mitglied der Gugge «Fotzelcheibe» aus Itingen und engagiert sich gerne und viel für den Verein.

