Sprinter Alex Wilson gastiert am 13. September im Nachtcafé
Der auf Jamaika geborene Alex Wilson, der schnellste Mann der Schweiz, sitzt übermorgen auf dem Podium des Nachtcafés. Der Sprinter ragt auch mit seinen speziellen Interview-Antworten aus der erstarkten Schweizer ...
Sprinter Alex Wilson gastiert am 13. September im Nachtcafé
Der auf Jamaika geborene Alex Wilson, der schnellste Mann der Schweiz, sitzt übermorgen auf dem Podium des Nachtcafés. Der Sprinter ragt auch mit seinen speziellen Interview-Antworten aus der erstarkten Schweizer Leichtathletik-Szene heraus.
jg. «Alex Wilson ist für uns Fernseh-Reporter ein Glücksfall.» Das sagte TV-Journalist Jann Billeter, als er am 21. Juni als letzter Gast im Nachtcafé der «Volksstimme» sass. Genau dieser Alex Wilson, der Basler mit Wurzeln auf Jamaika und schnellster Mann des Landes, sitzt beim nächsten Nachtcafé in der Oberen Fabrik in Sissach auf dem Podest.
Ein Podest gibt auch den Ausschlag für seinen Besuch in Sissach. An den Leichtathletik-Europameisterschaften in Berlin hat der Sprinter der Old Boys Basel seine selbstbewusste Ankündigungen wahr gemacht und der Schweiz zu einer Sprint-Medaille sowie zu einem Landesrekord verholfen. An das Zweite hat man sich gewöhnt, verbesserte er doch in diesem Jahr seinen Landesrekord über die halbe Bahnrunde gleich fünf Mal. Über 200 Meter lief er in Berlin in 20,04 ins Ziel, zeitgleich mit dem Silber-Gewinner. Dieser hatte seine Brust nach vorne geworfen und deshalb das wertvollere Metall umgehängt erhalten. Schweizer Sprintmedaillen an internationalen Wettkämpfen gab es in der jüngeren Geschichte dieser Sportart vorher nie.
Wie Alex Wilson seinen Bronze-Lauf hinterher im Fernsehen kommentierte, war ebenso sehens- und hörenswert wie das enge Rennen davor. Wilson, der seit seiner Ankunft in der Schweiz in seinem Verein vom Lausner Christian Oberer trainiert und betreut wird, ist für sein schnelles Mundwerk ebenso bekannt wie für seine schnellen Beine. Mit seinen unverblümten, durchaus originellen und stets unterhaltenden Antworten hebt er sich von anderen Sportlern ab, die im Medientraining auf Zurückhaltung getrimmt wurden. Seine Interviews haben längst Kultstatus erreicht. Am berühmten Letzigrund-Meeting wurde er vor zwei Wochen von den Zuschauern mit einer Choreografie bedacht, wie man sie sonst nur vom Fussball her kennt.
Alex Wilson verspricht nicht nur beste Unterhaltung. Er wird auch die Lebensgeschichte eines Mannes erzählen, der mit 15 Jahren, ohne ein einziges Wort Deutsch zu sprechen, in die Schweiz kam und nicht viel mehr konnte als rennen. Die Gäste des nächsten Nachtcafés werden viel zu lachen haben, auch wenn ihnen dieses Lachen bisweilen im Hals stecken bleibt.
Nachtcafé mit Gast Alex Wilson; Donnerstag, 13. September, 20 Uhr; Türöffnung 19 Uhr; Bar Etage in der Oberen Fabrik, Gerbegässlein 1, Sissach; Eintritt frei.