Präsident Nyffeler folgt auf Strub
21.11.2017 OrmalingenBienenzüchter wollen über Honig informieren
Die Imker im Raum Sissach können sich wieder ohne Einschränkungen ihren Bienen widmen. Die Sperrzone, die wegen des Ausbruchs der Faulbrut in einem Bienenstamm errichtet worden war, ist aufgehoben. In Ormalingen dauert es noch ...
Bienenzüchter wollen über Honig informieren
Die Imker im Raum Sissach können sich wieder ohne Einschränkungen ihren Bienen widmen. Die Sperrzone, die wegen des Ausbruchs der Faulbrut in einem Bienenstamm errichtet worden war, ist aufgehoben. In Ormalingen dauert es noch eine Woche, bis die Imker wieder Bienen und Waben kaufen, verkaufen und transportieren dürfen. Dort hat der Bienenzüchterverein seine Generalversammlung abgehalten. Der langjährige Präsident Marcel Strub wurde unter Applaus zum Ehrepräsidenten ernannt, Thomas Nyffeler ersetzt ihn in der leitenden Funktion. Zudem wurde über einen neuen «Honigweg» informiert.
Faulbrut-Sperrgebiet Sissach aufgehoben
Bienenzüchter-Generalversammlung im Zeichen von Faulbrut, Honigweg und Präsidentenwechsel
Nachdem das Amt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen am 18. November das Sperrgebiet für Imker im Raum Sissach aufgehoben hat, wird dies für die Gemeinde Ormalingen erst in einer Woche so weit sein.
Sander van Riemsdijk
Faulbrut ist eine sehr ansteckende bakterielle Krankheit der Bienenbrut und endet für die Bienenvölker tödlich. Nachdem am 17. Oktober diese Krankheit in einem Bienenstand in Sissach festgestellt worden war (die «Volksstimme» berichtete), ist das Gebiet in einem Radius von 2 Kilometern gesperrt worden. Auch betroffen waren die Gemeinden Ormalingen und Seltisberg. Während dieser Sperre ist es den Imkern in diesem Gebiet unter anderem verboten, Bienen oder Waben zu kaufen beziehungsweise zu verkaufen oder zu transportieren.
Damit sich die Seuche nicht ausbreiten kann und nicht auch andere Völker wegrafft, müssen die betroffenen Bienenvölker zwangsläufig vernichtet werden. An der 46. Generalversammlung (GV) des Bienenzüchtervereins vom vergangenen Freitag, zu Gast im Altersheim in Ormalingen, informierte Bieneninspektor Jacques Breiter über den Stand der Entwicklungen in dieser für die Imker leidigen Sache. Erfreut konnte er der Versammlung mitteilen, dass die Sperre für den Raum Sissach aufgehoben werden konnte, diejenige für die Gemeinde Ormalingen – es betrifft hier ein Bienenvolk – bedingt durch die gesetzliche Kontrollfrist jedoch erst am 28. November.
Die vergangenen Monate waren für Breiter eine sehr intensive Zeit und er bedauerte an dieser Stelle die aus seiner Sicht etwas überzogene Berichterstattung zur Seuche in den Medien. Ganze 45 Bienenstände mit etwa 300 bis 400 Bienenvölkern mussten auf Faulbrut kontrolliert werden. «Wir sind glimpflich davongekommen», teilte er der «Volksstimme» im Gespräch erleichtert mit, «das Wetter und die Jahreszeit haben uns sehr geholfen.» Quasi Glück im Unglück, denn im Herbst hat es im Gegensatz zum Frühling fast keine Brut mehr.
Honigweg wirft Schatten voraus
Faulbrut kann viele Ursachen haben und es ist schwierig zu eruieren, woher diese Krankheit kommt. Zu 90 Prozent, schätzt Breiter, kann sich der Imker mit entsprechenden Massnahmen dagegen schützen, 100-prozentige Sicherheit gibt es nicht. «Die Ansteckung kann auf verschiedene Weise verlaufen. So kann ein in einen Flaschencontainer entsorgtes, jedoch nicht ausgewaschenes Honigglas aus einem Lebensmittelladen bereits Ursache für die Verbreitung dieser Krankheit sein. Die gesunden Bienen schlecken diesen Honig, stecken sich an und verschleppen so die Seuche.» Das Baselbiet war laut Breiter in den letzten 20 Jahren von Faulbrut verschont geblieben. Zufrieden und mit grosser Zuversicht, dass die Seuche definitiv überwunden ist, konnte er schliesslich der Versammlung mitteilen, dass «momentan die betroffenen Stämme alle vernichtet und die Stände saniert worden sind. Im nächsten Frühling werden diese Stämme nochmals überprüft.»
Grosse Ereignisse werfen oft ihre Schatten voraus, grosse Projekte auch.
Nachdem der bisherige Präsident Marcel Strub nach 18 Jahren Vereinsführung mit grossem Applaus zum Ehrenpräsidenten erkoren wurde und das Zepter an seinen Nachfolger Thomas Nyffeler weitergeben konnte (siehe Kasten), informierte er die Versammlung über sein Projekt der Realisierung eines sogenannten Baselbieter Honigwegs.
Projektiert im Raum Sissach, ist das Ziel dieses neuzeitlichen Honigwegs, die Bevölkerung im Sinne bereits bestehender Themen-Wanderwege über den Honig und die Bienenzucht allgemein zu informieren. Strub erhofft sich von diesem Projekt eine bessere Vermarktung des qualitativ hochwertigen inländischen, sprich Baselbieter, Honigs zu erzielen.
Erfreut konnte er mitteilen, dass der Bund bereits finanzielle Unterstützung zugesprochen hat. Die Gesamtkosten werden auf etwa 100 000 Franken beziffert und das ehrgeizige Projekt soll gemäss Strub in ungefähr zwei bis drei Jahren vollendet sein. Mit Anerkennung und Freude wurde diese Mitteilung des aus dem Amt scheidenden Präsidenten von den sehr zahlreich erschienenen Mitgliedern zur Kenntnis genommen und sorgte somit für einen erfreulichen Abschluss der diesjährigen Generalversammlung.
Präsidenten-Wechsel
Ganze 18 Jahre lang hat Marcel Strub als Präsident die Geschicke des Bienenzüchtervereins Sissach geführt. Bereits im Alter von 17 Jahren war er beigetreten und hat im Jahr 1999 das Präsidium übernommen. Aufgrund seiner grossen Verdienste wurde er einstimmig und unter grossem, lang anhaltendem Applaus zum Ehrenpräsidenten erkoren. Er bleibt dem Verein als Mitglied erhalten. Zum Nachfolger wurde der 46-jährige Thomas Nyffeler aus Rothenfluh, verheiratet und Vater zweier Kinder, einstimmig gewählt.

