10 Millionen Franken für 20 Kilometer Leitung
12.03.2026 BuusDie Erneuerung des Trinkwassernetzes ausserhalb des Siedlungsgebiets soll über 20 Jahre erfolgen
An die Wasserversorgung Buus sind rund 50 Höfe in sieben Dörfern angehängt. Das «Ausserorts»- Leitungsnetz muss saniert werden. Kostenpunkt: Rund 10 Millionen ...
Die Erneuerung des Trinkwassernetzes ausserhalb des Siedlungsgebiets soll über 20 Jahre erfolgen
An die Wasserversorgung Buus sind rund 50 Höfe in sieben Dörfern angehängt. Das «Ausserorts»- Leitungsnetz muss saniert werden. Kostenpunkt: Rund 10 Millionen Franken. Trotz Kantons- und Bundesbeiträgen ist eine Preiserhöhung fürs Trinkwasser unumgänglich.
Christian Horisberger
Für das neue Betriebsgebäude des Grundwasserpumpwerks «im Tal» der Gemeinden Buus, Maisprach und Rickenbach musste die federführende Standortgemeinde Buus einige Hürden nehmen. Aufgrund einer Fehlbeurteilung des Untergrunds wurden die Arbeiten nach dem offiziellen Spatenstich gestoppt und das Gebäude musste neu ein- anstatt zweistöckig geplant werden. Im Zuge dessen kam es auch noch zu einer Einsprache (die «Volksstimme» berichtete). Mit etwa einjähriger Verspätung sind die Bauarbeiten am 5,2-Millionen-Franken-Projekt inzwischen angelaufen. Der Aushub ist gemacht, der Hang gesichert, die Werkleitungen sind verlegt. Als Nächstes wird die Bodenplatte fürs Betriebsgebäude betoniert.
Kürzlich hat die Gemeinde Buus Besuch aus Bern erhalten. In Begleitung von vier Vertretern des Ebenrain-Zentrums besichtigte eine Zweierdelegation des Bundesamts für Landwirtschaft einige ausgewählte Meliorationsprojekte im Baselbiet. Darunter das Pumpwerk Tal, an dem sich Bund und Kanton mit 1,7 Millionen Franken beteiligen, sowie das auf 680 Metern Höhe gelegene Reservoir Farnsberg, das in diesem Jahr für 250 000 Franken saniert werden soll. Auch hier verspricht sich Buus namhafte Beiträge von «Bern» und «Liestal».
Der Buusner Wasserchef Christian Kaufmann nutzte die Gelegenheit, um mit den Kantons- und Bundesbeamten einen Ausblick auf ein weiteres Wasserversorgungs-Projekt zu werfen, für das sich seine Gemeinde wiederum Beiträge von Kanton und Bund erhofft: die Erneuerung des Trinkwasserleitungsnetzes ausserhalb des Siedlungsgebiets. Diese Leitungen haben eine Gesamtlänge von 20 Kilometern und befinden sich im Eigentum der Wasserversorgung Buus. Beliefert werden einerseits Bauernhöfe in Buus und sechs weiteren Gemeinden (Maisprach, Rickenbach, Hemmiken, Wintersingen, Wegenstetten und Hellikon), andererseits dienen sie zur Unterstützung der Ortsnetze von Hemmiken, Rickenbach und Maisprach, wenn dort das eigene Trinkwasser knapp wird.
Leitungsbrüche häufen sich
Zwar haben die in den 1960er-Jahren erstellten Leitungen aus Guss, Eternit oder Polyethylen eine Lebensdauer von 80 bis 100 Jahren, doch häuften sich die zum Teil aufwendig zu reparierenden Leitungsbrüche. Wasserchef Christian Kaufmann schätzt, dass der Brunnmeister im Durchschnitt zehn Mal im Jahr ausrücken muss, um einen Schaden ausserhalb des Siedlungsgebiets zu reparieren. Dabei habe sich gezeigt, dass gewisse Leitungsabschnitte in einem schlechten Zustand sind.
Anstatt weiterhin zu «pflästerlen» und es auf eine Havarie ankommen zu lassen, werde die Erneuerung des gesamten «Ausserorts»- Netzes koordiniert angegangen und früher in Angriff genommen, als es die Lebensdauer der Leitungen verlangen würde, so Kaufmann. Dafür solle sich die Sanierung aber in mehreren Etappen über 20 Jahre hinziehen. So verteilten sich die Kosten auf einen längeren Zeitraum und die Arbeiten können am Ende der Lebensdauer der neuen Leitungen in 80 Jahren wiederum gestaffelt erfolgen. Das heutige Versorgungsnetz für die Landwirtschaftsbetriebe sei innerhalb von weniger als zehn Jahren erstellt worden.
Die Bruttokosten beziffert der Wasserchef auf rund 10 Millionen Franken. Da über die Wasserleitungen ausserhalb des Siedlungsgebiets zum grössten Teil Bauernhöfe – insgesamt rund 50 – versorgt werden, besteht ein Anrecht auf Meliorationsbeiträge. Deren Höhe machen Bund und Kanton abhängig von der Bezugsmenge für die Landwirtschaft (im Gegensatz zum privaten Wasserbezug der Bauernfamilie, wofür keine Subventionen entrichtet werden) und ob ein Hof in der Tal-, Hügel- oder Bergzone liegt, führt Kaufmann aus. Nach seiner Schätzung dürfte der Anteil, den Bund und Kanton übernehmen, in der Grössenordnung von 30 Prozent liegen.
Die Grundlagen für die Sanierung hat die Gemeinde Buus in den vergangenen Jahren erarbeitet. Noch in diesem Jahr will der Gemeinderat das Gesamtprojekt mit der vorgesehenen Etappierung über jeweils fünf Jahre beim Kanton einreichen. Beginnen soll die Erneuerung 2028.
Keine Steuergelder
Die Wasserkasse ist gebührenfinanziert. Somit würden für die geplante Erneuerung des Leitungsnetzes keine Steuergelder verwendet, betont Christian Kaufmann. Aufgrund der Sanierungskosten im Bereich von 500 000 Franken jährlich während 20 Jahren werden die Wasserbezüger aber mit einer Erhöhung des Wasserzinses rechnen müssen, erklärt Kaufmann. Aktuell liegt dieser bei 2.10 Franken zuzüglich Mehrwertsteuer pro 1000 Liter.
Diese Preiserhöhung werde moderat ausfallen und alle Wasserbezüger im gleichen Mass betreffen. Ginge es nach dem Gemeinderat, sähe das anders aus. Doch hat die Gemeindeversammlung vor einigen Jahren einen Antrag des Gemeinderats abgelehnt, der vorsah, den Höfen aufgrund der teureren Zuleitungen einen höheren Wasserzins zu berechnen. «Die Bauern haben dagegen mobilisiert», sagt Kaufmann, der selber einen Bauernhof ausserhalb des Siedlungsgebiets führt.
