Ein Anschlag, der die Welt veränderte

Do, 02. Nov. 2017

Luther hier, Luther da, Luther überall. Wenn einer der wichtigsten Köpfe der Weltgeschichte und sein symbolischer Akt, sein Thesenanschlag, Anlass zum Jubilieren geben, dann lässt dies auch das Oberbaselbiet nicht kalt – im Gegenteil.

Wohl wurde die Reformation in den beiden Basel erst 1529 vollzogen, und wir müssen deshalb noch zwölf Jahre zuwarten, bis dies richtig gefeiert wird. Gleichwohl dürfte in dieser Woche insbesondere im oberen, dem reformierten Kantonsteil niemand darum herumkommen, mit dem grossen deutschen Reformator und Weltveränderer Martin Luther Bekanntschaft zu schliessen.

Die intensivste Woche des Reformationsjahrs endet mit speziellen Gottesdiensten am Wochenende: einem kantonalen Festgottesdienst am Samstag in Liestal sowie am Sonntag mit einheitlichen Liturgien im ganzen Land.

Erneuter Thesenanschlag

Vorgestern Dienstag jährte es sich zum 500. Mal, dass Martin Luther am 31. Oktober 1517 seine Thesen an die Pforte der Schlosskirche von Wittenberg hämmerte, in denen er Missstände der katholischen Kirche anprangerte. Tat und Tag gelten als die Geburtsstunde der Reformation. Er kämpfte für eine Kirche, welche die Menschen und nicht die Hochwürden in den Vordergrund stellt und das Fegefeuer aus den Köpfen des Volks verbannt. Heute zählt seine Kirche weltweit 540 Millionen Anhänger. Mit seiner Übersetzung der bis dahin ausschliesslich lateinischen Bibel leistet Luther einen entscheidenden Beitrag an die Entstehungsgeschichte der deutschen Schriftsprache.

Genau 500 Jahre nach dem historischem Thesen­anschlag haben Reformierte die Tat ihres Konfessionsgründers nachgeahmt. In den frühen Morgenstunden des 31. Oktobers wurden im öffentlichen Raum neue «Thesen» ausgehängt, um die Bevölkerung einerseits auf die Reformation und andererseits auf die Einrichtung der Kirche hinzuweisen.

Eugen Drewermann in Sissach

Zudem sprachen die Reformierten an diesem Tag in der ganzen Schweiz – im Oberbaselbiet in den Bahnhöfen von Gelterkinden und Sissach – die Passanten auf den speziellen Tag an. Gutzis ­wurden verteilt, und trotz Mor­genhektik kam das eine oder andere Gespräch in die Gänge. Die Reaktionen seien mehrheitlich positiv ausgefallen, berichten die ­Verteiler in einer Reportage der «Volksstimme».

Mit einer einheitlichen Liturgie in allen Gottesdiensten der Schweiz wird am Sonntag die grosse Re­formationswoche abgeschlossen. Dabei kann Sissach mit einem ­speziellen Gast aufwarten: Eugen Drewermann, ein führender Theologe und Kirchenkritiker aus Norddeutschland, wird am Samstagabend über Luther und Religion sprechen und am Sonntag am Reformatiosgottesdienst samt Abendmahl teilnehmen.

Das Interview mit Drewermann und eine Reportage zur Verteilaktion der Reformierten lesen Sie in der «Volksstimme» vom Donnerstag.

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