Zu nah an der Sonne geplant?
20.02.2026 FasnachtArbetschwyl | Ernüchterung nach grosser Fest-Ankündigung
Im Arbetschwyler Dorfblatt wurde es gross angekündigt: Zum 800-Jahre-Jubiläum des sonnigsten Dorfs im Baselbiet soll heuer gefeiert werden. Gross soll es werden, so die ...
Arbetschwyl | Ernüchterung nach grosser Fest-Ankündigung
Im Arbetschwyler Dorfblatt wurde es gross angekündigt: Zum 800-Jahre-Jubiläum des sonnigsten Dorfs im Baselbiet soll heuer gefeiert werden. Gross soll es werden, so die Ankündigung des Breesi im gemeindeeigenen Blatt und auch in der «Stimme des Volkes». 800 Meter lang soll der Festperimeter werden – so lange, dass die Festmeile locker bis ins Nachbardorf Titterten reicht, um denen dort zu zeigen, wie viel töller und besser es die Arbetschwyler können.
Doch so gross die Ankündigung, so gross war die Ernüchterung, als der Sonnenkönig und seine Crew feststellen mussten, dass die Vereine im Dorf nicht in einer Hauruck-Übung eine solche Fete auf die Beine stellen wollen. Keine – und keiner – wollte im Organisationskomitee mitwirken. Ämel vorerst. Und so musste der Gemeinderat nach einem Bier beim «Schangi» die Segel beinahe streichen: Anstelle einer grossen weiteren Ankündigung wurde im «Dorfblettli» nur eine winzig kleine, fast schon übersehbare Kurzmeldung geschaltet: Damit es ein tolles Fest werde, müsse dieses um zwei Jahre verschoben werden.
Böse Zungen behaupten, es sei dies nach der Niederlage im Kampf ums kantonale SVP-Präsidium erst der zweite Dämpfer in der Karriere des Präsidenten J. Gross-S-Klein-Utter, der sich nun umso vehementer in den Regirungsratswahlkampf wirft. Bitter vor allem, weil die Sonnendörfler den Tittertern zeigen wollten, wie man nach dem Wandertag der «Schweizer Familie» einen weiteren Grossanlass durchführt. Bitter auch, weil schon der grosse Nachbar im Tal unten – Ziefen – sein Dorffest streichen musste. Die Bergler hätten beweisen wollen, dass der kleine Bruder innerhalb der «Chillegmäin» das ohne Probleme schafft. Jänu. Schwamm drüber.
Der Chef wäre nicht der Sonnenkönig, wenn es keine Lösung gäbe. Und so folgte im Dorfblatt die nächste Ankündigung: «Es findet statt» – das Dorffest. Halt einfach zwei Jahre später. 2028, also pünktlich zum 802. Geburtstag. Da muss sich das nun formierte OK recht verbiegen, um ein Festsujet hinzubringen. Entsprechend suchen sie nun mit der Hilfe der Bevölkerung nach einem Logo.
Der «Gurlifiengger» hilft gerne bei der Ideensuche: Wie wäre es mit einer Sonne und einer Krone? Das würde die Eigenschaften des Dorfs unverkennbar in Szene setzen. Als Motto würde dazu passen: «Einfach goldig.»
Und vielleicht können die Arbetschwyler mit den Zunzgern in Verhandlung treten, um die von den Kantonsarchäologen gerügte Holzburg in einem ordentlichen Prozess nach Arbetschwyl zu zügeln. Dann hätten die Sonnenanbeter künftig auch ihre eigene Festung und müssten nicht mehr neidisch auf den renovierten Bunker der Titterter hinüberschauen.
Sunny Sonnenklar
