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20.02.2026 FasnachtSiffkaff | Die Würgergermeinde investiert weiter
Der Krösus aller öffentlichen Organisationen im oberen Baselbiet, die Würgergemeinde Siffkaff, hat so viel Knete mit der Abfallhalde Stinkrain gemacht, dass scheinbar ...
Siffkaff | Die Würgergermeinde investiert weiter
Der Krösus aller öffentlichen Organisationen im oberen Baselbiet, die Würgergemeinde Siffkaff, hat so viel Knete mit der Abfallhalde Stinkrain gemacht, dass scheinbar ein zweites Bankkonto für sie eröffnet werden musste. Das erste überlief, und die 1000er quollen nur so zum Tresor der Bank raus! Nunja, nach der Pleite von Kanalbank-Föhnfrise Häfifinger (und seinem Radical-Reinfall) ist die Bank wohl ganz glücklich, zu etwas Bargeld zu kommen (auch wenn man in der Bank selbst keins mehr kriegt …).
Seisdrum – die Würgergemeinde hat sich für eine radikale Vorwärtsstrategie entschieden: Wir kaufen alles, was irgendwie nach Rendite, aber vor allem nach Heimat, Tradizioon oder so tönt und bei drei nicht auf den Bäumen ist. Hier unsere Investitionsvorschläge für die Geldsäcke vom Würgerrat:
Der alte Gasspeicher bei der Kläranlage: Dieser kann für den Eigenbedarf genutzt werden, nämlich als Geldspeicher à la Dagobert Duck. Man baue ein Sprungbrett vor dem Haufen Münz und Nötli und so kann der neue Zimmermeister Säckelmann, äh, Säckelmeister Zimmermann – frei nach Onkel Dagobert «reinspringen wie ein Seehund, drin rumwühlen wie ein Maulwurf und es sich aufs Haupt prasseln lassen». Und dass der Geldspeicher bei der Kläranlage steht, ist doch egal. Schon die Römer wussten: «Pecunia non olet.» Geld stinkt nicht.
Eine weitere Aufstockung des Bruchbudenportfolios: die Tschudery-Villa. Nachdem die Würgergemeinde schon die maroden Buess-Hütten mit gelbem Anstrich und moderigem Keller im Strichkot aufgekauft hat, wäre eine sinnvolle Ergänzung dieses Trash-Portfolios doch die bald bodenebene Tschudery-Villa. Wir sind sicher, dass die Würgergemeindeversammlung die 50 Millionen Fränkli für die Sanierung ohne Gegenstimme durchwinkt und auch den erforderlichen Nachtragskredit für weitere 75 Millionen. Es soll darin ein Museum für Banntagshüte eingerichtet werden.
Noch ein potenzielles Objekt fürs Bruchbudenportfolio: Die Liegenschaft Hauptstrasse 76, wo bis vor einigen Jahren noch Mezzos-Musikund-Moststube lief und noch vorhärerer die Grunzengraus’sche Schlachtund Metzgerei. Wir sehen dort grosses Potenzial für ein Vereinslokal der Banntagsschützen, die dann gar lustig ganzjährig auf die Passanten der Bewegungszone ballern könnten, was sie ja sonst nur am Banntag dürfen.
Eine weitere Perle in besagtem Portfolio könnte der Plattenbau der ehemaligen Toblerone/Sex-Madun-Liegenschaft werden. Inklusive der Villa Windschief von Schwimmbad-Albi, der seine rünnenden Pflätterbecken ja jetzt von Deppnau aus vertreiben muss, weil der Besitzer Döggulo aus wirtschaftlichen Gründen wohl bald selbst dort einziehen wird.
Das Joker – pardon Sir Alf – pardon – Onkel Knille, äh «Wie-auch-immer», könnte weiterhin seine ü70er-Partys betreiben, wo dann die letzten halbtauben Banntägler nach dem Besuch des Banntagshutmuseumspalasts in der Tschudery-Villa noch abhängen könnten.
Aber wieso eigentlich soll sich die Würgergemeinde nur mit Altbauten abgeben? Wir hätten einen prima Vorschlag für ein Renditeobjekt der Sondermüll-Klasse: Der neue Bahnhof in Lichtstall! Ja – wieso nur in Siffkaff investieren – «drink local, äkt global!» (zu Deutsch: «Trinke im Lokal, vollziehe den Akt überall!»). Für einen globalen Bleyer wie die Würgergemeinde ist Siffkaff zu eng – und der Bahnhof Lichtstall bietet unendliche Weiten, die noch nie zuvor ein Mensch gesehen hat. Da könnte die Wandervogelgruppe der Männer-Riege Siffkaff – vom Personal her sowieso etwa deckungsgleich mit der Würgergemeindeversammlung – tolle Wanderungen organisieren: Von der Bushaltestelle zum Perron 4: zwei Stunden Marschzeit, mittelschwer, Verpflegungspunkte an der Route. Oder vom Pissoir über die Unterführung Ost (50 Schattierungen von Grau) bis zu den Veloständern Südwest: drei Stunden, steiles Gelände, gutes Schuhwerk und GPS angezeigt.
Agent 00-Schneider
