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Ein Oberbaselbieter macht OL alpin

| Fr, 15. Feb. 2019

Orientierungslauf | Rémy Gröflin kombiniert seine Hobbys mithilfe einer App

Orientierungslauf auf Skiern gibt es schon lange: Im Langlauf-OL gibt es Wettkämpfe bis hin zu Weltmeisterschaften. Rémy Gröflin aus Buckten hat den Sport mit Karte und Kompass aber auf breitere Latten geholt und veranstaltet am 23. Februar den weltweit ersten Alpin-Ski-OL.

Sebastian Wirz

Rémy Gröflin hat zwei Leidenschaften. Die eine ist der Orientierungslauf. Lange Jahre trieb er den Sport als Präsident des Baselbieter Turnverbands voran, heute präsidiert er den Regionalen OL-Verband Nordwestschweiz. Wenn es kälter wird, kommt das zweite grosse Hobby des Buckters zum Zug: Seine Ferien verbringt er jeweils in Grindelwald, wo er dem örtlichen Skiklub angehört. Als Gröflin vom «Swiss-O-Finder» erfuhr, war ihm sofort klar: Diese App lässt ihn seine beiden Hobbys perfekt verbinden.

In der App, die vom Schweizer OL-Verband entwickelt worden ist, sind verschiedene Strecken hinterlegt. Ein Läufer kann sich Karten aufs Smartphone herunterladen. Sobald er bei einer Starttafel den QR-Code einliest, startet sein Wettkampf zu den fix installierten Posten – oder seine gemütliche Tour. So kann ein Tourist in Grindelwald mit der entsprechenden Strecke spazierend das Dorf erkunden, ein Jogger von Posten zu Posten den Wald bei Aarau kennenlernen oder eine Gruppe von Schülern mit der App als Reiseleiter durch die Römerstadt Augusta Raurica ziehen.

Per OL über den Hundschopf
Ein Vorteil des «Swiss-O-Finders» ist, dass die Benutzer völlig frei sind, wann und wie sie «ihren» OL absolvieren. Dennoch können die erzielten Zeiten auf Wunsch zentral registriert und in einer Rangliste verglichen werden. Die Lauf-Angebote in Augusta Raurica und im Dorf Grindelwald stammen von Rémy Gröflin. Er hat die jeweiligen Strecken konzipiert, die Posten platziert und die Karten kreiert. Eine echte Herzensangelegenheit für den 60-Jährigen war aber die Kombination der OL-App mit dem Skifahren.

Orientierungsläufe auf Langlaufskier gibt es schon seit den Siebzigerjahren. Die Medaillen bei internationalen Wettkämpfen gehen in der Regel nach Skandinavien oder Russland. Nicht umsonst gehört das Langlaufen zu den nordischen Skisportarten. Gröflin hat den OL mit seiner Idee aber weltweit zum ersten Mal alpin gemacht: Orientierungsläufer und andere Interessierte ohne Berner Oberländer Ortskenntnisse sollten seine Wintertraumlandschaft kennenlernen. Mehrere von Gröflin definierte Strecken führen nun seit über einem Jahr kreuz und quer vom Männlichen über die Kleine Scheidegg, den Eigergletscher und das Lauberhorn bis nach Wengen oder Grindelwald. Wer die längste der sechs Ski-Strecken absolviert, sieht beinahe das ganze Skigebiet inklusive der legendären Lauberhornstrecke – auch wenn er die Jungfrau-Region zuvor noch nicht gekannt hat. Es ist nicht überraschend, dass Gröflin die Oberländer Tourismus-Anbieter bald für seine Idee gewinnen konnte.

Um diese bekannter zu machen, lädt der Baselbieter am 23. Februar zum ersten Ski-Alpin-OL ins Reich von Eiger, Mönch und Jungfrau. Für den Anlass gibt es spezifisch zusammengestellte Routen. Wer die bestehenden also bereits absolviert hat, hat keinen Vorteil – dafür einen Grund, die Skier bei voraussichtlich gutem Wetter erneut zu schultern und auf den Männlichen zu fahren. Wer lieber zu Fuss unterwegs ist als auf rutschigen Latten, kann eine der sieben Wander- oder Schlittelrouten unter die Füsse nehmen. Und ist der Schnee mal weg, sollen die Posten auch auf der grünen Wiese ihre Funktion behalten: «Ich bin daran, Sommerstrecken für Mountainbikes zusammenzustellen», sagt Gröflin.

Alpin-Ski-OL, Samstag, 23. Februar, 9.30 bis 13.00 Uhr, Start beim Berghaus Männlichen, Grindelwald. Infos und Anmeldung unter www.olv-baselland.ch/event/1-alpinski-ol-2019

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