Kilchberg steht ohne Gemeinderat da

| Do, 04. Jan. 2018

Kilchberg muss innerhalb eines halben Jahres den gesamten dreiköpfigen Gemeinderat ersetzen. Nachdem Präsident Ernst Grieder und sein Vize Andreas Imhof ihren Rücktritt auf Sommer 2018 angekündigt haben, gibt Georges Krieg sein Amt per sofort ab. Der Druck und die Belastung seien ihm zu gross.

Grosse Sorgen in der kleinsten Gemeinde des Kantons: Das Dorf Kilchberg, das in der Bevölkerungsstatistik mit seinen 159 Einwohnern wieder hinter Liedertswil auf den letzten Platz abgerutscht ist, muss möglichst schnell drei neue Gemeinderäte suchen. Ernst Grieder, der aktuelle Gemeindepräsident, und Vizepräsident Andreas Imhof überraschten die Budget-Gemeindeversammlung vom 1. Dezember mit ihrer Ankündigung, auf den 30. Juni 2018 ihre Ämter niederzulegen («Volksstimme» vom 5. Dezember). Die beiden, die vor ihrer aktuellen Amtszeit bereits einmal den Rat präsidiert hatten, wurden daraufhin von Georges Krieg, ihrem verbleibenden Kollegen, kurz vor Weihnachten mit der Nachricht überrascht, dass er ebenfalls zurücktrete – und das per sofort. Das berichtete gestern die «Basellandschaftliche Zeitung».

Mit anderen Worten: Kilchberg muss bis zum 4. März, dem nächsten Wahltermin, gleich drei neue Gemeinderats-Kandidaten suchen. Bereits am 16. Januar wird eine Informationsveranstaltung über die Arbeit im Gemeinderat abgehalten. Heute wird die Bevölkerung per Flugblatt dazu eingeladen. «Ich lasse mich davon überraschen, wie viele Leute kommen werden», sagt Noch-Gemeindepräsident Grieder. Doch sehr optimistisch tönt das nicht,

Wenn es Kilchberg nicht schafft, bis zum 1. Juni 2018 einen beschlussfähigen, das heisst mindestens zweiköpfigen Gemeinderat zu stellen, droht der Gemeinde die Zwangsverwaltung durch den Kanton.  Zu dieser Massnahme musste in der 185 Jahre umfassenden Kantonsgeschichte allerdings erst einmal gegriffen werden: Das war im September 2008 in Hersberg. Weil der dreiköpfige Gemeinderat nur aus einen neuen Mitglied, dem heutigen Gemeindepräsidenten Florian Kron, bestand, delegierte die Regierung einen Statthalter. Ihr früheres Mitglied Erich Straumann, selber einst Gemeindepräsident in Wintersingen, führte die Gemeinde ein Jahr lang, leitete dabei eine engere Zusammenarbeit mit Nachbar Arisdorf ein und fand auch neue Gemeinderätinnen.

Mehr in der «Volksstimme» vom Donnerstag.

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